Hochwasser-Chaos in Oberföhring: Familie kämpft weiterhin ums Überleben

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Familie Zahn in Oberföhring kämpft nach dem Hochwasser 2024 mit hohen Grundwasserständen und gestorbenen Bäumen.

Familie Zahn in Oberföhring kämpft nach dem Hochwasser 2024 mit hohen Grundwasserständen und gestorbenen Bäumen.
Familie Zahn in Oberföhring kämpft nach dem Hochwasser 2024 mit hohen Grundwasserständen und gestorbenen Bäumen.

Hochwasser-Chaos in Oberföhring: Familie kämpft weiterhin ums Überleben

In Oberföhring, einem Stadtteil Münchens, kämpfen Daniela Zahn und ihre Familie seit dem verheerenden Hochwasser im Mai und Juni 2024 mit den nachhaltigen Folgen. Der Grundwasserspiegel in ihrem Garten ist enorm angestiegen und sorgt für erhebliche Probleme. Die 79-jährige Großmutter Ingrid Raab schildert eindringlich, dass sie in all ihren Jahren eine solch dramatische Überflutung noch nie erlebt hat. Der erhobene Grundwasserspiegel hat fatale Auswirkungen: Mehrere Hühner und sogar Forellen kamen in ihren Becken ums Leben.

Die Familie musste mit Entsetzen feststellen, dass auf ihrem Grundstück 14 Bäume gestorben sind. Diese sollen im Herbst gefällt werden, was sie mit hohen Kosten von bis zu 1000 Euro pro Baum rechnen lässt. Daniela Zahn fühlt sich von der Stadt im Stich gelassen und ist enttäuscht über die mangelnden Hilfsangebote. Nach Angaben des Referats für Klima und Umwelt (RKU) liegt der Grundwasserspiegel zurzeit 12 cm über dem langjährigen Mittelwert, hat jedoch seit dem 15. September 2024 um 91 cm gesenkt.

Aktuelle Wettersituation

Das Wasserwirtschaftsamt München meldet hohe Grundwasserstände in der gesamten Region, unter anderem in Orten wie Haimhausen, Feldmoching und Garching. Seit November des Vorjahres ist ein signifikanter Anstieg des Grundwasserspiegels zu verzeichnen. Tatsächlich wurden in Erding, Eichenried und sogar südlich von Günding bei Dachau neue Höchstwerte erreicht. Der Grundwasserspiegel war in den letzten 40 Jahren nicht so hoch wie jetzt, was Kellerüberschwemmungen zur Folge hat, wie sie auch bei der Familie Maendlen aufgetreten sind. Ihr Keller leidet stark, und sie hat die Hoffnung, dass Pumpen irgendwann helfen werden, solange das Wasser nicht höher steigt.

Klimawandelfolgen und langfristige Herausforderungen

Die klimatischen Veränderungen bringen langfristige Herausforderungen mit sich. Studien zeigen, dass die Grundwasserneubildung in Bayern seit 2003 kontinuierlich gesunken ist, was im Zusammenhang mit dem Klimawandel steht. Die öffentliche Wasserversorgung ist stark auf Grundwasser angewiesen, und der steigende Trockenheitsindex weist auf kritische Wasserverhältnisse hin. Diese Veränderungen könnten zukünftig die Grundwasserspeicher weiter belasten, da steigende Temperaturen und veränderte Niederschlagsmuster dazu führen, dass die Grundwasserneubildung beeinträchtigt wird.

Damit ist die Situation für die Familie Zahn und zahlreiche andere Haushalte im Raum München alles andere als rosig. Die finanziellen Belastungen und die Enttäuschung über die städtischen Verantwortlichen, die die Grundstückseigentümer für die Problematik verantwortlich machen, lasten schwer. Das Gefühl der Ohnmacht wird durch die Umstände nur verstärkt, und eine Lösung scheint momentan in weiter Ferne.

Die Herausforderungen durch steigende Grundwasserstände sind keine isolierten Fälle. Das RKU hat der Öffentlichkeit bereits mehrfach erklärt, dass keine öffentlichen Mittel für bauliche Maßnahmen bereitgestellt werden, was die Situation zusätzlich zuspitzt. So bleibt den Betroffenen wohl nur der Weg, selbst nach Lösungen zu suchen, während die Natur ihren Lauf nimmt und die Folgen des Klimawandels immer deutlicher spüren lässt.

Für die Bürger:innen Münchens und speziell für die betroffenen Familien gilt es nun, sich auf die bevorstehenden Herausforderungen einzustellen und Unterstützung zu suchen. Die Hoffnung bleibt, dass sich die Situation langfristig verbessert und den Menschen ein Leben ohne ständige Sorgen um Grundwasser und Überschwemmungen ermöglicht wird.

Für weitere Informationen sind die Berichte von tz, Bayerischer Rundfunk und LFU Bayern empfehlenswert.