Skandal in Bern: Mehrsprachige Klassen werden eingestellt!
Der Berner Gemeinderat stoppt die "Classes bilingues" nach 2026 aufgrund von Fachkräftemangel und fehlendem Schulraum.

Skandal in Bern: Mehrsprachige Klassen werden eingestellt!
Im Berner Stadtrat sorgte eine kürzliche Entscheidung für Furore: Die „Classes bilingues“ (ClaBi) werden nach den Sommerferien 2026 nicht weitergeführt. Bildungsdirektorin Ursina Anderegg, Mitglied des Grünen Bündnisses, erklärte, dass fachliche Herausforderungen sowie der Mangel an geeigneten Räumlichkeiten und unvereinbare Lehrpläne zu diesem Schritt führten, was bei Eltern und Politikern für Überraschung sorgte. Der Berner Gemeinderat hatte sich zuvor mit mehreren Anträgen zur Fortführung des bilingualen Schulversuchs beschäftigt, die jedoch allesamt abgelehnt wurden, wie nau.ch berichtet.
Der Lehrversuch war erst im Laufe dieses Jahres gestartet worden, jedoch sah sich Anderegg, die erst seit vier Monaten im Amt ist, mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert, darunter auch finanzielle Einsparungen in anderen Bereichen des Bildungssystems. Die Debatte um die „Classes bilingues“ spiegelt bei weitem die komplexe Lage im Berner Bildungssystem wider, das vielfältigen Anforderungen begegnen muss. Laut Berner Zeitung hat die Bildungsdirektorin den Schulversuch aufgrund des bestehenden Fachkräftemangels und finanzieller Engpässe beendet. Zudem wurden wichtige Aspekte wie die Erhöhung der Kapazitäten in bestehenden Schulen trotz des Endes der bilingualen Klassen in den Fokus gerückt.
Position des Gemeinderats
Der Gemeinderat wies darauf hin, dass eine Weiterbildung in den Regelbetrieb nicht einfach umzusetzen sei, da solche Änderungen im kantonalen Volksschulgesetz verwurzelt sind und in den Kompetenzbereich der Stadt Bern fallen. Ein Vorschlag von der politischen Mitte, der die Zusammenarbeit mit dem Kanton anregen und die École cantonale de langue française (ECLF) als Lösung vorstellen sollte, wurde ebenfalls abgelehnt. Die ECLF wurde als monolinguale Schule identifiziert, die keine rechtliche Grundlage für ein bilinguales Konzept bietet. Eltern der Clabi-Schüler haben dennoch die Möglichkeit, ihre Kinder regulär bei der ECLF anzumelden, was jedoch für viele bereits als ungenügend erachtet wird.
Obwohl die Fortführung der bilingualen Klassen abgelehnt wurde, bekennt sich der Gemeinderat zur Zweisprachigkeit und plant, engere Dialoge mit dem Kanton aufzunehmen, um neue Wege zur Förderung von Französisch und Bilinguismus in Bern zu erkunden.
Die Herausforderungen des Bildungssektors
Das turbulente erste Halbjahr von Ursina Anderegg als Bildungsdirektorin war nicht nur von der Debatte um die bilingualen Klassen geprägt. Gleichzeitig sehen sich städtische Kitas mit einem finanziellen Defizit von rund einer Million Franken jährlich konfrontiert, was die politischen Diskussionen über die Notwendigkeit subventionierter öffentlicher Einrichtungen angeheizt hat. Grüne Forderungen nach mehr Gleichstellung stehen in starkem Kontrast zu den Sparmaßnahmen, die in Bereichen wie der Gratis-Nachhilfe ergriffen wurden. Dies schafft ein Spannungsfeld, das sich kaum auflösen lässt. Die Fachkompetenzen der Berner Schülerinnen und Schüler, insbesondere im Bereich Französisch, bleiben unterdurchschnittlich, und neue Förderprojekte sind laut derzeitiger Planung nicht in Sicht.
Anderegg signalisiert jedoch, dass sie sich in ihrer Position wohlfühlt und plant, während der Sommerpause eine kurze Auszeit einzulegen. Ihr Thema bleibt dabei nicht nur das Bildungssystem, sondern auch die Förderung des Frauenfußballs, die sie mit voller Kraft unterstützt. Die Frauenfußball-EM erfreute sich Anfang Juli großer Aufmerksamkeit, und die Schaffung neuer Spielflächen für Mädchen und Frauen ist ihr ein wichtiges Anliegen.
Die Weichen für die Zukunft der Bildung in Bern sind somit gestellt, und es bleibt abzuwarten, welche Lösungen die Verantwortlichen finden werden. Sicher ist nur: Die Gespräche müssen weitergehen, um die Herausforderungen im Bildungssystem zu meistern und die Bildung für alle in Bern zu fördern. Ausführliche Informationen über das Bildungssystem in der Schweiz bietet unterdessen der Bildungsserver, der sich als wertvolle Ressource für politische Entscheidungsträger und Interessierte erweist.