Am 19. April 2026 wird in Bregenz ein neuer, ruhiger Ort für die letzte Reise eröffnet: der „Wald des Friedens“ am Gebhardsberg. Daniel Dalmonek vom Bestattungsunternehmen Reumiller in Hard ist bereits fleißig dabei, die ersten Waldbestattungen vorzubereiten. Obwohl die offizielle Eröffnung erst in der kommenden Woche ansteht, haben es sich bereits einige Angehörige zur Herzensangelegenheit gemacht, die letzte Ruhe ihrer Verstorbenen im Wald zu suchen und die Eröffnung abzuwarten. „Es ist eine Freude zu sehen, dass die Verstorbenen nun ihre letzte Ruhe im Wald finden können“, erklärt Dalmonek mit sichtlichem Stolz.
Der Wald umfasst rund drei Hektar und bietet eine beschauliche Kulisse, die von Vogelgezwitscher und dem sanften Rascheln der Blätter geprägt ist. Hier können Interessierte zwischen Gemeinschaftsbäumen und Familienbäumen wählen, um ihren Angehörigen einen Platz zu geben. An den Gemeinschaftsbäumen finden bis zu zehn Urnen Platz; die Asche wird in einer kompostierbaren Urne beigesetzt, und eine Namenstafel erinnert an die hier Ruhenden. Besonders erwähnenswert ist, dass der Wunsch der Familie stets im Vordergrund steht, unabhängig von der Art der Bestattung.
Ein Platz für alle
Im „Wald des Friedens“ haben Verstorbene aller Religionen und Herkunftsländer einen Platz. Dieses inklusive Konzept spiegelt sich auch in der steigenden Nachfrage nach Naturbestattungen wider. Immer mehr Menschen sehnen sich danach, ihre letzte Ruhe in der Natur zu finden, wo die Grabpflege ganz der Natur überlassen wird. Neben Bregenz gibt es bereits einen anderen „Wald des Friedens“ in Feldkirch-Tosters, der in Zusammenarbeit mit dem Krematorium in Hohenems betrieben wird. Außerdem wird der „Klosterwald“ in Bludesch von der Klosterwald GmbH geführt, was zeigt, dass die Idee von Waldbestattungen in der Region immer mehr Fuß fasst.
Der Ablauf einer Baumbestattung
Die Durchführung einer Baumbestattung erfolgt in mehreren, durchdachten Schritten. Zunächst gibt es eine persönliche Beratung, bei der die Angehörigen Unterstützung durch telefonische oder persönliche Gespräche erhalten. Anschließend wird die verstorbene Person mit Respekt überführt und eingeäschert. Alle Formalitäten, wie die Anzeige des Sterbefalls und die Beantragung der Sterbeurkunden, werden vom Bestattungsunternehmen übernommen.
Für die Urnenbeisetzung wählen die Angehörigen eine biologisch abbaubare Urne aus und planen die Beisetzung in Abstimmung mit dem Anbieter. In dieser Phase werden auch Details wie der Termin, die Lage des Baumes und Gestaltungswünsche für die Trauerfeier besprochen. Die individuelle Trauerfeier kann dann in der natürlichen Umgebung des Waldes gestaltet werden, und auch nach der Beisetzung bleibt das Bestattungsunternehmen ein Ansprechpartner für die Angehörigen.
Besonders rührend ist das Angebot für Sternenkinder: Hier gibt es kostenfreie Grabplätze an Gemeinschaftsbäumen oder Einzelbäumen im „Wald des Friedens“. Dies zeigt, dass der Wald nicht nur ein Ort der Ruhe, sondern auch der Hoffnung und des Gedenkens ist. Die Eröffnung des Waldfriedhofs am Gebhardsberg ist somit mehr als nur ein neuer Bestattungsort; sie ist ein Zeichen der Verbundenheit mit der Natur und der Wertschätzung für die Verstorbenen.