Die Meisterwäscherei Gsandner in München schließt ihre Türen. Nach über 70 Jahren im Geschäft wird das traditionsreiche Unternehmen Ende Februar 2026 aufgrund von Personalmangel seine letzten Maschinen abstellen. Bernhard Gsandner, der die Wäscherei in zweiter Generation leitet, hat in seinem Leben stets für den Familienbetrieb gearbeitet, selbst während seiner Bundeswehrzeit. Die Wäscherei wurde 1956 von seiner Mutter in Laim gegründet und befindet sich seit Ende der 50er-Jahre in Hadern. Gsandner und seine Frau Astrid führten die Wäscherei mit einem klaren Fokus auf umweltfreundliche Textilreinigung für Gastronomie, Arztpraxen und Privathaushalte.
In den letzten Jahren war die Lage jedoch alles andere als rosig. Die Corona-Pandemie führte zu einem drastischen Rückgang der Aufträge, insbesondere aus der Gastronomie. Viele Kunden benötigten weniger Dienstleistungen, da sie im Homeoffice arbeiteten und auf Stofftischdecken verzichteten. Laut einer Umfrage des Deutschen Textilreinigung-Verbandes (DTV) berichten 92 Prozent der befragten Wäschereien von gesunkener Nachfrage, und 85 Prozent mussten Kurzarbeit einführen. Diese Entwicklungen wurden von Gsandner schmerzlich miterlebt, besonders da keines seiner zwei Kinder in den Betrieb einsteigen wollte.
Herausforderungen in der Branche
Die Schließung der Wäscherei Gsandner ist kein Einzelfall. Die Stimmung in der textilen Dienstleistungsbranche hat sich während der Corona-Krise erheblich verschlechtert. Besonders betroffen sind Betriebe, die sich auf Hotellerie- und Gastronomiewäsche spezialisiert haben. Die gesamte Branche kämpft mit Herausforderungen wie Fachkräftemangel, steigenden Kosten und einer unsicheren wirtschaftlichen Lage. Gsandner stellte fest, dass viele Mitarbeiter nach Corona beruflich umorientiert haben, was die Personalsuche zusätzlich erschwert. Er sucht Quereinsteiger, hat jedoch Schwierigkeiten, geeignete Mitarbeiter zu finden.
Die wirtschaftlichen Aussichten für die Textilservice- und Reinigungsbranche bleiben düster. Der DTV hat ermittelt, dass nur 41 Prozent der Textilservice- und 37 Prozent der Mischbetriebe für 2025 eine positive Umsatzentwicklung erwarten. Dennoch gibt es auch Lichtblicke: Die Nachfrage nach nachhaltigen Dienstleistungen und neuen Geschäftsfeldern, wie etwa der ambulanten Pflege oder dem Textilrecycling, könnte der Branche neue Chancen bieten.
Ein trauriger Abschied
Die Schließung der Meisterwäscherei Gsandner wird als traurig empfunden. Gsandner hat bereits seine Kunden an drei andere Wäschereien verteilt und die Maschinen, die über Jahrzehnte treue Dienste geleistet haben, verkauft – der Waschkessel ging nach Polen, die Waschmaschinen nach Saudi-Arabien. Gsandner selbst ist unschlüssig, ob er in den Ruhestand gehen wird, denn er kann sich Rente und Müßiggang nicht vorstellen. Er hat sein ganzes Leben lang in der Wäscherei gearbeitet, und die Entscheidung, den Betrieb zu schließen, fällt ihm nicht leicht.
In Zeiten des Wandels bleibt abzuwarten, wie sich die Branche weiterentwickeln wird. Die Herausforderungen sind zahlreich, doch die Chancen, die sich aus Nachhaltigkeitstrends und neuen Geschäftsmodellen ergeben, könnten eine neue Richtung für die textile Dienstleistungsbranche in Deutschland darstellen. Weitere Informationen zu den Herausforderungen und Entwicklungen in der Branche finden Sie auch in den Berichten des DTV und der Deutschen Handwerks Zeitung.
Für mehr Details über die Schließung der Meisterwäscherei Gsandner und die Situation in der Branche, besuchen Sie bitte die TZ-Website. Weitere Informationen zur aktuellen Lage in der textilen Dienstleistungsbranche sind auch in der Deutschen Handwerks Zeitung und auf der RW-Textilservice-Website zu finden.