Die Anwohner von Untergiesing-Harlaching sind gehörig sauer. Immer wieder wird die Nachbarschaft von Graffiti und Aufklebern der Fußballfans, insbesondere des TSV 1860 München, in Mitleidenschaft gezogen. Viele Bürger beklagen die Verwahrlosung ihres Stadtbezirks und erheben Forderungen an den Traditionsverein. Sie möchten, dass der TSV 1860 die Reinigungskosten für die Schäden übernimmt, um eine erzieherische Wirkung auf seine Anhänger zu erzielen. So berichtet die tz von den Besorgnissen der Anwohner.

Aber das ist noch nicht alles. Die Problematik in der Sauberkeit zieht sich durch das ganze Viertel, und insbesondere an der Säbener Straße liegen Laubhaufen herum, die nicht entfernt werden. Die Bürger hoffen, dass der Bezirksausschuss (BA) die angesprochenen Kritikpunkte an die zuständigen städtischen Referate weiterleitet, um Ideen zur Verbesserung der Sauberkeit zu entwickeln.

Rivalität geht über Graffiti hinaus

In der Stadt ist die Rivalität zwischen dem FC Bayern und dem TSV 1860 München legendär. Diese äußert sich nicht nur in leidenschaftlichen Schmähgesängen und gelegentlichen Gewaltausbrüchen, sondern auch in der Form von Schmierereien und provokativen Graffiti. Ein besonders großes Löwen-Graffiti, das in der Nähe des FC Bayern-Trainingsgeländes entdeckt wurde, zeigt den Schriftzug: „1860! In München-Giasing sind wir daheim“ sowie „Die Stadt ist blau… So wird es immer bleiben.“ Die frischen Farben lassen darauf schließen, dass das Graffiti erst kürzlich entstanden ist. Die Abendzeitung hebt hervor, dass die öffentliche Meinungsäußerung durch diese Aufkleber und Graffiti die Rivalität zwischen den beiden Vereinen weiter anheizt.

Die letzten sportlichen Auseinandersetzungen zwischen diesen Traditionsvereinen liegen bereits einige Jahre zurück – das letzte Duell fand 2008 im DFB-Pokal-Viertelfinale statt, welches Bayern mit 1:0 gewann. Seitdem hat sich viel getan, die Emotionen rund um die Vereine sind weiterhin hoch.

Graffiti als Teil der urbanen Kultur

Ob diese Art von Graffiti nun den Charakter des Stadtteils prägt oder eine Augensoffe für viele Anwohner ist, hängt oft vom Blickwinkel ab. Graffiti kann durchaus mit bedeutender urbaner Kultur verbunden sein. Die Kunstform hat sich weltweit zu einem nicht mehr wegzudenkenden Bestandteil des öffentlichen Raums entwickelt, wie der Prinz beschreibt. In vielen Städten ist der öffentliche Raum durch künstlerische Interventionen zu offenen Galerien geworden und fördert die Kreativität der Gemeinschaft.

Selbstverständlich gibt es Unterschiede zwischen Graffiti und Street-Art. Während Graffiti oft auf illegale Beschriftungen fokussiert ist, zielt Street-Art häufig darauf ab, breitere Publikumsgruppen anzusprechen und politische Botschaften zu transportieren. Trotzdem ist diese Kunstrichtung in vielen Städten, einschließlich München, ein heiß diskutiertes Thema, insbesondere wenn es um den rechtlichen Rahmen geht, der in Deutschland ohne Genehmigung als Sachbeschädigung gilt.

Die Anwohner von Untergiesing-Harlaching erhoffen sich nicht nur schnelle Lösungen für die Sauberkeit, sondern auch einen Dialog über die Rolle von Graffiti und Street-Art in ihrem Viertel. Ob die städtischen Gremien darauf eingehen werden, bleibt abzuwarten.