In Harlaching, einem ruhigen Stadtteil im Süden Münchens, sind die Anwohner unzufrieden. Der Grund: Der Mangel an Carsharing-Standorten. Während die Stadt München neue stationsbasierte Carsharing-Parkplätze eingerichtet hat, endet das Angebot am Mangfallplatz. Südlich davon gibt es keinerlei Optionen, die den Bewohnern eine flexible Mobilität ermöglichen könnten. Dies wurde kürzlich in einem Artikel auf tz.de thematisiert.

Anwohner äußern, dass vergleichbare Stadtteile am Stadtrand bereits Carsharing-Parkplätze erhalten haben. Das Mobilitätsreferat (MOR) hat erklärt, dass die Standortauswahl auf verschiedenen Kriterien basiert, wie Bevölkerungsstruktur, öffentliche Verkehrsanbindung und Parkraumverfügbarkeit. In Harlaching haben diese Kriterien jedoch gegen Carsharing-Plätze gesprochen. Das MOR hat angekündigt, eine weitere Ausschreibung für stationsbasiertes Carsharing zu planen. Mögliche neue Standorte könnten der Theodolindenplatz oder die St.-Magnus-Straße sein. Der Bezirksausschuss zeigt sich offen für Vorschläge bezüglich neuer Standorte, jedoch stehen weitere Informationen zu Vergaberichtlinien und Ausschreibungsterminen noch aus.

Die Rolle von Carsharing in München

Carsharing ist in München nicht neu. Der Anbieter Scouter Carsharing beispielsweise bietet seit 2020 stationsbasiertes Carsharing an und hat einen Fuhrpark von rund 96 Fahrzeugen. Über 58 feste Stationen und Quartiere im Münchner Stadtgebiet und teilweise im Umland stehen zur Verfügung. Diese Stationen sind beschilderte Stellplätze, die exklusiv für Scouter-Fahrzeuge reserviert sind. Die Anmeldung erfolgt bequem online, und es gibt Rabatte für Studierende, Bahncard-Kund:innen oder Familien. Die Buchung kann über die Scouter App erfolgen, die auch die Nutzung der Fahrzeuge vereinfacht.

Der Preis für die Nutzung setzt sich aus der Nutzungszeit und dem Kilometerpreis zusammen, wobei dieser je nach Fahrzeugklasse variiert. Dies macht Carsharing zu einer kostensparenden Alternative für Personen, die selten ein eigenes Auto benötigen. Die Website von Scouter ist unter scouter.de/muenchen zu finden.

Mobilität der Zukunft

Doch Carsharing ist nicht nur eine praktische Lösung für Einzelne, es spielt auch eine zentrale Rolle in der Verkehrswende Münchens. Shared Mobility reduziert die Umweltbelastung und verbessert die Verfügbarkeit von Transportmitteln. Laut aktuellen Schätzungen kann Carsharing bis zu 16 private Autos ersetzen und trägt so zur effizienten Nutzung der begrenzten Flächen in der Stadt bei. Dies schafft mehr Platz für wohnortnahe Parkplätze, Grünflächen und Aufenthaltsorte.

München verfolgt eine eigene Strategie für Shared Mobility, mit dem Ziel, die Angebote bis 2026 auf das gesamte Stadtgebiet auszuweiten. Geplant sind 200 Mobilitätspunkte zur Fahrzeugfindung, 600 Stellplätze für stationsbasiertes Carsharing, 1000 Stellplätze für freefloating Carsharing und zahlreiche Abstellflächen für E-Tretroller sowie Bikesharing. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um die Stadt umweltfreundlicher und lebenswerter zu gestalten. Weitere Informationen hierzu sind auf muenchenunterwegs.de zu finden.