Im Münchner Stadtteil Harlaching wird aktuell der Mangel an Carsharing-Standorten kritisch wahrgenommen. Anwohner:innen beklagen, dass die stationsbasierten Carsharing-Angebote am Mangfallplatz enden und es südlich davon keine Alternativen gibt. Dies ist besonders bemerkenswert, da vergleichbare Stadtteile am Stadtrand mit solchen Parkplätzen ausgestattet wurden. Anwohner:innen stellen die Frage: Warum bleibt Harlaching hier zurück? Laut einem Bericht von tz.de hat das Mobilitätsreferat (MOR) erklärt, dass die Auswahl der Standorte auf verschiedenen Faktoren, wie Bevölkerungsstruktur und Parkraumverfügbarkeit, basiert. Leider ergaben diese Kriterien, dass ein Carsharing-Angebot in Harlaching nicht sinnvoll erscheint.

Die Stadt München hat zwar bereits neue Carsharing-Parkplätze eingerichtet, diese beschränken sich jedoch in der aktuellen Planung nur bis zum Mangfallplatz. Eine weitere Ausschreibung für stationsbasiertes Carsharing ist zwar in Aussicht, doch konkrete neue Standorte sind noch nicht festgelegt. Gespräche über mögliche Plätze am Theodolindenplatz oder der St.-Magnus-Straße sind im Gange, und der Bezirksausschuss zeigt sich offen für Vorschläge zu neuen Standorten.

Carsharing als Teil der Verkehrswende

Carsharing könnte für viele Münchner:innen eine kostengünstige und umweltfreundliche Alternative zum eigenen Auto darstellen. Jedes Carsharing-Fahrzeug kann bis zu 16 private Autos ersetzen. Dies trägt dazu bei, die Umweltbelastung zu reduzieren und gleichzeitig die Verfügbarkeit von Transportmitteln zu verbessern. Dieses Konzept ist Teil einer größeren Strategie in München, die auf Shared Mobility setzt, um die Verkehrswende voranzutreiben, wie muenchenunterwegs.de berichtet.

Die Münchner Mobilitätsstrategie sieht vor, dass bis 2026 insgesamt 600 Stellplätze für stationsbasiertes Carsharing eingerichtet werden sollen, die in Verbindung mit 1.000 Stellplätzen für freefloating Carsharing und weiteren Angeboten umsetzbar sind. Ziel ist es, die Mobilität innerhalb der Stadt zu verbessern und mehr Platz für wohnortnahe Parkplätze und Grünflächen zu schaffen.

Angebote und Nutzung der Carsharing-Fahrzeuge

Das Unternehmen Scouter Carsharing beispielsweise, das seit 2020 in München aktiv ist, bietet rund 96 Fahrzeuge an, die über 58 feste Stationen im Stadtgebiet verteilt sind. Diese Stationen sind speziell für Scouter-Fahrzeuge reserviert und ermöglichen eine unkomplizierte Buchung über eine App. Anmeldungen können online erfolgen, und die ersten Schritte zur Nutzung sind einfach gestaltet. So können Fahrzeuge mit der App oder einer speziellen Karte entsperrt und für kurzfristige oder längere Zeit gebucht werden. Hierüber können auch Rabatte, etwa für Studierende oder Bahncard-Kund:innen, in Anspruch genommen werden, wie auf deren Webseite mvv-muenchen.de nachzulesen ist.

Insgesamt wird der Ausbau des Carsharing in München als wichtiger Schritt gesehen. Mit geplantem weiteren Investments will die Stadt der steigenden Nachfrage nach flexiblen Mobilitätslösungen gerecht werden und gleichzeitig die Lebensqualität in den Stadtteilen erhöhen. Die Anwohner:innen von Harlaching bleiben jedoch auf der Suche nach praktikablen Lösungen, um ihren Mobilitätsbedarf im Alltag besser decken zu können.