Heute ist der 7.03.2026 und die Diskussionen um die Bebauungspläne in Trudering und Riem nehmen Fahrt auf. Der Haarer Stadtrat zeigt sich besorgt über die anstehenden Bauvorhaben, insbesondere die hochaufragenden Gebäude, die in der Region geplant sind. Geplant sind bis zu 80 Meter hohe Hochhäuser, die das Stadtbild prägen sollen. Die Kritik richtet sich vor allem gegen die Sichtachsen, die von der Stadt München geprüft wurden, jedoch nicht aus der Perspektive von Gronsdorf oder Haar. Die Bewohner Gronsdorfs müssen sich auf eine Sicht von über 20 Metern Höhe einstellen, was als blockartig empfunden wird.

München steht vor der Herausforderung, mehr Wohnraum zu schaffen und plant daher ein neues Quartier für rund 6000 Menschen in Trudering und Riem. Das geplante Areal erstreckt sich zwischen der Bahnlinie München-Rosenheim und dem Alten Riemer Friedhof, begrenzt von Kirchtrudering und dem Riemer Park. In diesem Gebiet sollen etwa 2550 Wohneinheiten für ca. 6150 Einwohner entstehen, ergänzt durch Einzelhandel, eine Grundschule sowie ein Kinder- und Jugendhaus. Ein 4700 Quadratmeter großes Gewerbegebiet ist ebenfalls vorgesehen.

Kritik und Forderungen

Der Haarer Stadtrat fordert eine stärkere Berücksichtigung überregionaler Fahrradverbindungen in den Planungen und zusätzliche Parkmöglichkeiten für den Riemer Badesee, um den Parkdruck in Gronsdorf zu verringern. Peter Paul Gantzer von der SPD äußert in einem Schreiben an den Münchner Oberbürgermeister, dass die Hochhäuser städtebaulich unausgereift seien und ohne Einbindung ins Viertel geplant wurden. Auch die optischen Fernwirkungen der Hochhäuser sollten in den Planungen berücksichtigt werden, fordert er.

In einem weiteren Projekt am Rappenweg zwischen Trudering und Messestadt Riem plant die Stadt München ein Neubaugebiet auf einer Fläche von 25 Hektar. Auf zwei Dritteln dieser Fläche sollen zwischen 2000 und 2700 Wohnungen entstehen, wobei die Hälfte dieser Wohnräume gefördert werden soll. Die städtebauliche Gestaltung ist derzeit noch offen, und ein kooperatives Verfahren mit drei Planungsteams ist vorgesehen. Die Eckdaten wurden mit großer Mehrheit im Stadtrat verabschiedet, jedoch gab es Gegenstimmen von ÖDP/München-Liste, Die Linke/Die Partei und der AfD.

Verkehrsanbindung und Herausforderungen

Die Verkehrsanbindung für das neue Quartier bleibt jedoch unklar. Die nächste S-Bahn-Station in Gronsdorf ist etwa 15 Minuten zu Fuß entfernt, und die Zukunft einer angedachten Tramlinie auf der Wasserburger Landstraße ist momentan ungewiss. Zudem lehnt die Stadt Haar eine Straßenanbindung durch Gronsdorf ab. Stattdessen ist eine neue Brücke über die Bahngleise geplant, deren Kosten sich auf etwa 46 Millionen Euro belaufen, die von den Grundeigentümern getragen werden müssen.

Die SPD und die Grünen unterstützen das Projekt, fordern jedoch zusätzliche Verkehrsanbindungen, während CSU und Freie Wähler diese Zusatzwünsche ablehnen und ein schnelles Vorankommen des Projekts wünschen. Kritiker aus der Linken weisen auf die hohen Bodenbelastungen hin und fordern die Ablehnung des Vorhabens. Stadtbaurätin Elisabeth Merk hat jedoch betont, dass vertiefende Gutachten durchgeführt werden und die Erfahrungen aus anderen Quartieren positiv sind. Private Investoren zeigen sich optimistisch, dass das städtebauliche Konzept in sechs Monaten vorliegen könnte und das Baurecht möglicherweise 2027 beschlossen wird.

Die Entwicklungen in Trudering und Riem sind nicht nur lokal von Bedeutung, sondern spiegeln auch die Herausforderungen wider, vor denen viele Städte in Deutschland stehen, wenn es um die Schaffung von Wohnraum und eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung geht. Die Balance zwischen Wohnraumbedarf, ökologischen Aspekten und der Lebensqualität der Bürger wird auch weiterhin im Fokus der Diskussionen stehen. Weitere Informationen zu den aktuellen Herausforderungen in der Region finden Sie hier.