In München wird das jagdliche Schießen großgeschrieben, und das nicht ohne Grund. Der sichere Schuss ist die Voraussetzung für eine waidgerechte Jagd, und so spielt die Förderung des Schießwesens eine zentrale Rolle im Vereinsleben der Jäger. Der Bayerische Jagdverband (BJV) organisiert regelmäßig Vereinsschießen im Frühjahr und Herbst, bei denen Teilnehmer Schießnadeln erwerben und Treffsicherheitsnachweise erhalten können. Im Sommer wird der Gamspokal auf dem Schießstand in Unken, Tirol, ausgetragen, während Flintenschützen besondere Schießtermine auf dem Jagdparcours in Ammerdingen genießen dürfen. Zweiwöchentliches Training mit der Kurzwaffe findet auf dem Kurzwaffenschießstand in Fürstenried statt, wo auch weniger routinierte Schützen die Feinheiten des sportlichen Schießens erlernen können.
Die Schießmannschaften des BJV-München haben sich in bayerischen Schießwettbewerben einen Namen gemacht und sind regelmäßig auf den oberen Plätzen der Ergebnislisten zu finden. Seit über 30 Jahren stellt der BJV die Landessiegermannschaft im Kurzwaffenschießen und kann auf mehrere bayerische und deutsche Meister zurückblicken. Zudem gibt es seit einigen Jahren eine eigene Damenmannschaft, die das Repertoire des Vereins erweitert. Ein Motto, das hier besonders gut passt: „Dabeisein ist alles!“ – und das gilt nicht nur für die erfahrenen Schützen, sondern auch für die, die neu in die Materie einsteigen.
Treffsicherheit als Grundpfeiler
In jüngster Zeit hat der Landesjagdverband Bayern e.V. ein Konzept für einen freiwilligen Treffsicherheitsnachweis vorgestellt, was eine bundesweite Debatte über einen verpflichtenden Schießnachweis für Jäger ausgelöst hat. Der Bundesverband Deutscher Berufsjäger e.V. (BDB) fordert schon länger einen jährlichen Schießnachweis, um die waidgerechte Jagdausübung und die Unfallverhütung zu gewährleisten. Bisher hat lediglich das Land Berlin einen verpflichtenden Schießnachweis im §19 des Landesjagdgesetzes umgesetzt. In anderen Bundesländern gibt es unterschiedliche Regelungen, die oft von den jeweiligen Revierpächtern abhängen.
So ist in Bayern kein Schießnachweis notwendig, außer bei den Bayerischen Staatsforsten, wo dieser im Schießkino oder auf dem Schießstand erbracht werden kann. Anders sieht es in Hessen aus, wo einige Revierpächter einen Schießnachweis fordern, während in Rheinland-Pfalz dieser bei Landesforstrevieren vorgeschrieben ist. In vielen anderen Bundesländern ist ein Schießnachweis für die Teilnahme an Gesellschaftsjagden erforderlich, wobei die Vorgaben hinsichtlich der verwendbaren Kaliber und der Anzahl der Schüsse variieren.
Die Zukunft des Schießnachweises
In Deutschland gibt es derzeit keine Pflicht für einen Schießnachweis mit Kurzwaffen, was in anderen europäischen Ländern anders gehandhabt wird. Hier sind Distanzschüsse und das Schießen auf bewegliche Ziele Teil der Prüfungen. Die Sportordnung des Deutschen Jagdverbandes e.V. bildet das einzige bundeseinheitliche Regelwerk für jagdliches Schießen. Regelmäßiges Üben und Trainieren der Schießfertigkeiten wird als erstrebenswert angesehen, weshalb auch Unternehmen existieren, die sich auf Schießausbildung spezialisiert haben.
In den kommenden Monaten werden verschiedene Konzepte für Schießnachweise getestet und berichtet, was die Diskussion um die Notwendigkeit und die Form solcher Nachweise weiter anheizen dürfte. Für die Münchener Jäger bleibt die Teilnahme an den Schießveranstaltungen des BJV weiterhin ein wichtiger Bestandteil ihrer Leidenschaft und eine hervorragende Gelegenheit, die eigene Treffsicherheit unter Beweis zu stellen.
Für weitere Informationen und Details über jagdliches Schießen in München, besuchen Sie bitte die Webseite des Bayerischen Jagdverbands. Interessierte können sich auch über die bundesweiten Entwicklungen rund um den Schießnachweis auf deutscher-jagdblog.de und die regionalen Regelungen auf pirsch.de informieren.