Heute ist der 28.02.2026 und die bayerische Landeshauptstadt München steht erneut im Zeichen massiver Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr. Die Gewerkschaft Verdi hat zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen, die bereits seit 3.30 Uhr in Kraft sind. Betroffen sind insgesamt 13 bayerische Städte, darunter neben München auch Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Ingolstadt, Fürth, Bamberg, Passau, Landshut, Schwabach, Bayreuth, Schweinfurt und Dachau. Die Einschränkungen im Nahverkehr sollen voraussichtlich bis Sonntagmorgen andauern, was viele Pendler und Reisende vor Herausforderungen stellen wird. Wie die TZ berichtet, sind die S-Bahn München und die Regionalbusse nicht vom Streik betroffen und verkehren regulär.

In München selbst ist der U-Bahn-Betrieb weitgehend eingestellt. Lediglich auf dem Abschnitt zwischen Brudermühlstraße und Sendlinger Tor bis zur Münchner Freiheit und Fröttmaning gibt es einen zehnminütigen Takt. Die Tramlinien sind ebenfalls stark betroffen: Während die Linie 20 im Zehn-Minuten-Takt fährt, ist die Linie 25 nur alle 20 Minuten unterwegs. Bei den Bussen sieht es nicht viel besser aus, hier sind rund die Hälfte der Fahrzeuge im Einsatz, aber der Betrieb ist stark eingeschränkt. Einige Linien, wie zum Beispiel die X35 und X36, fahren alle 20 bis 30 Minuten, während andere Linien längere Wartezeiten von bis zu 40 Minuten oder stündlich haben.

Auswirkungen und Forderungen der Gewerkschaft

Die Gewerkschaft Verdi fordert für rund 9.000 Beschäftigte eine Lohnerhöhung von knapp 670 Euro sowie kürzere Arbeitszeiten. Die Arbeitgeberseite hat diese Forderungen jedoch als nicht umsetzbar zurückgewiesen und verweist auf finanzielle Engpässe der Kommunen. So bezeichnete ein Vertreter die Forderungen als „realitätsfern“. Ein Angebot des Kommunalen Arbeitgeberverbands sieht eine Erhöhung der Tarifgehälter um fünf Prozent in zwei Schritten bei einer Laufzeit von 24 Monaten vor. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, wird auch auf die hohe Auslastung der verbleibenden Fahrzeuge hingewiesen, weshalb die MVG empfiehlt, alternative Verkehrsmittel oder Fahrgemeinschaften zu nutzen.

Besonders betroffen ist auch die S-Bahn-Strecke in Richtung Geltendorf, die aufgrund eines Notarzteinsatzes in Fürstenfeldbruck mit massiven Einschränkungen zu kämpfen hat. Hier gibt es eine Sperrung zwischen Puchheim und Grafrath, wobei ein Ersatzverkehr durch Großraumtaxis eingerichtet wurde. In den betroffenen Städten, wie zum Beispiel Nürnberg, bleiben U-Bahnen und Straßenbahnen in den Depots, während Busse nach einem speziellen Nightliner-Netz fahren.

Kontext und weitere Informationen

Der Warnstreik, der von der Gewerkschaft Verdi organisiert wurde, betrifft nicht nur München, sondern auch eine Vielzahl anderer Städte in Bayern. Während in Würzburg und Aschaffenburg aufgrund eines laufenden Tarifvertrags keine Streiks stattfinden, sind die Auswirkungen in den anderen Städten spürbar. In Regensburg beispielsweise gibt es Ausfälle im Stadtbusverkehr, jedoch sind die Regionalbuslinien nicht betroffen. Es ist wichtig zu beachten, dass die Mitarbeiter der Leitstellen, Werkstätten und Verwaltung ebenfalls am Streik teilnehmen, was die Lage weiter verschärft. Wie die BR berichtet, stellen die Verkehrsunternehmen Notfahrpläne für die Streiktage auf, um die Auswirkungen zu minimieren.

Insgesamt bleibt abzuwarten, wie sich die Situation im öffentlichen Nahverkehr weiter entwickeln wird und ob es zu einer Einigung zwischen der Gewerkschaft und den Arbeitgebern kommt. Die kommenden Tage werden entscheidend sein für die künftige Tarifgestaltung im öffentlichen Nahverkehr in Bayern.