Heute ist der 17.04.2026. Die Münchner Stadtgesellschaft hat Grund zur Freude, denn im Neubaugebiet Lerchenauer Feld im Stadtbezirk Feldmoching-Hasenbergl werden drei Straßen nach herausragenden Frauen benannt. Diese Entscheidung wurde vom Kommunalausschuss des Münchner Stadtrats getroffen und ist ein wichtiger Schritt zur Würdigung der Leistungen von Frauen in Wissenschaft, Kinderschutz und Politik. Gleichzeitig wird ein Teilstück der Heßstraße in Schwabing-West und Neuhausen-Nymphenburg nach einem bedeutenden Landschaftsarchitekten benannt.
Die neuen Straßennamen ehren Helga Grebing, Elisabeth Schmucker und Heidrun Kaspar. Helga Grebing, geboren 1930 in Berlin-Pankow, war nicht nur eine bedeutende Historikerin der Arbeiterbewegung, sondern auch eine engagierte Sozialdemokratin. Ihr Lebenswerk umfasste Tätigkeiten als Lektorin, Redakteurin und Dozentin in München. Von 1959 bis 1961 leitete sie das Internationale Studentenwohnheim „Geschwister Scholl“ und war von 1961 bis 1965 an der Münchner Volkshochschule tätig. Ihre akademische Laufbahn führte sie zur Professur an der Universität Frankfurt am Main und sie war die erste Frau mit einem Lehrstuhl an der Universität Göttingen. Ihre Leistungen wurden 2002 mit dem Bundesverdienstkreuz gewürdigt. Das Engagement von Grebing für politischen Sozialismus und menschliche Würde macht sie zu einem Vorbild für viele.
Würdigung und Engagement
Elisabeth Schmucker, geboren 1951, ist eine weitere bedeutende Persönlichkeit, die mit der Benennung einer Straße geehrt wird. Sie war Gymnasiallehrerin und initiierte 2000 die erste Babyklappe in München. Darüber hinaus war sie von 2002 bis 2013 CSU-Stadträtin. Ihre Arbeit im Bereich Kinderhilfe und ihr politisches Engagement zeigen, wie wichtig es ist, sich für die Schwächsten in der Gesellschaft einzusetzen.
Heidrun Kaspar, die von 1939 bis 2023 lebte, war Mitbegründerin des Kinderschutzbundes München und engagierte sich aktiv im Stadtrat, unter anderem als FDP-Fraktionsvorsitzende. Für ihr Engagement wurde sie 2012 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Ihre Verdienste in der Kinder- und Jugendhilfe sind von großer Bedeutung für die Stadt München.
Ein weiterer wichtiger Name
Zusätzlich zu den Straßen, die nach diesen drei Frauen benannt werden, wird ein Teilstück der Heßstraße nach Günther Grzimek benannt. Grzimek war ein prägender Landschaftsarchitekt, der maßgeblich an der Gestaltung des Olympiaparks beteiligt war. Seine innovative Idee des „Benutzerparks“ setzte 1972 neue Maßstäbe für die städtische Grünplanung.
Die Benennung dieser Straßen ist nicht nur eine Würdigung der einzelnen Persönlichkeiten, sondern auch eine wichtige Maßnahme zur Verbesserung des ungleichen Geschlechterverhältnisses in der Stadt. Der Kommunalausschuss hat mit dieser Entscheidung ein Zeichen gesetzt, das weit über die Straßenbenennungen hinausgeht. Es wird darauf hingewiesen, dass die Würdigung von Frauen in der Stadtgeschichte und die Förderung ihrer Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit von großer Bedeutung sind. Weitere Informationen zu dieser Entscheidung finden Sie in der tz und im Bericht der SPD München.