In Sendling-Westpark wird aktuell ein bedeutendes Projekt realisiert, das die Umgestaltung des Partnachplatzes zum Ziel hat. Die Umbauarbeiten haben bereits begonnen und sind Teil eines umfassenden Plans zur baulichen Aufwertung und Neugestaltung des Platzes. Der Fokus liegt auf der Schaffung eines verkehrsberuhigten und barrierefreien Geschäftsbereichs, der die Aufenthaltsqualität für Anwohner und Besucher erheblich verbessern soll. Dies geht auf einen Antrag des Bezirksausschusses zurück, der auf die Forderungen der Bürger reagiert hat: Sie wünschen sich mehr Sicherheit, barrierefreie Wege und eine angenehmere Atmosphäre. Baureferentin Dr.-Ing. Jeanne-Marie Ehbauer hebt die Synergieeffekte hervor, die sich positiv auf die Lebensqualität im Stadtteil auswirken werden.
Ein zentrales Element der Neugestaltung ist die Reduzierung des Fahrzeugverkehrs. Der Geschwindigkeitsrahmen wird auf Tempo 20 für Autos und Radfahrer festgelegt, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Fußgänger, Gastronomiebetriebe und Geschäfte sollen mehr Platz erhalten, während auf der Nordseite der Parkstreifen erhalten bleibt und Stellplätze für mobilitätseingeschränkte Personen entstehen. Auf der Südseite wird der Grünstreifen verbreitert, und es werden zusätzliche Fahrradabstellplätze geschaffen. Die Zillertalstraße wird für gegenläufigen Radverkehr geöffnet, was die Erreichbarkeit und Sicherheit für Radler weiter verbessert.
Verbesserungen für Fußgänger und Radfahrer
Die Umbauarbeiten beinhalten auch neue barrierefreie Querungen über die Zillertalstraße sowie breitere Gehwege. Zusätzliche Querungsmöglichkeiten und eine verbesserte Beleuchtung der Zebrastreifen tragen zur Sicherheit der Fußgänger bei. Der Radverkehr wird künftig im Mischverkehr auf der Fahrbahn geführt, was eine bessere Integration der Radfahrer in den Straßenverkehr ermöglicht. Auch für Menschen mit Mobilitäts- und Sehbehinderungen werden Bodenindikatoren und differenzierte Querungen eingerichtet, um eine sichere und angenehme Überquerung des Platzes zu gewährleisten.
Ein weiterer positiver Aspekt des Projekts ist die Schaffung von insgesamt 44 zusätzlichen Radabstellplätzen, darunter sechs spezielle Plätze für Lastenräder. Zudem entstehen neue Abstellbereiche für Elektrokleinstfahrzeuge und Carsharing-Parkplätze. Für die Gastronomiebetriebe wird eine neue Lieferzone im Rahmen des Pilotprojekts „München Box“ eingerichtet. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, dass die Aufenthaltsqualität am Partnachplatz weiter steigt.
Ein integrativer Ansatz zur Stadtentwicklung
Die Umgestaltung des Partnachplatzes ist nicht nur ein architektonisches Projekt, sondern auch ein Beispiel für inklusive Stadtplanung. Diese wird immer wichtiger für die Schaffung barrierefreier und lebenswerter Städte. Ziel ist die gleichberechtigte Teilhabe aller Bürger, unabhängig von Alter, Geschlecht, kulturellem Hintergrund oder Behinderungen. Die Bürgerbeteiligung an der Entwicklung des neuen Konzepts spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Sie stellt sicher, dass die Bedürfnisse aller Bürger in die Planung einfließen.
Inklusive Stadtplanung fördert nicht nur die Mobilität, sondern auch die soziale Inklusion. Barrierefreiheit ist ein Kernaspekt, der auch durch die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen unterstützt wird. Die Zusammenarbeit von Politik, Verwaltung, Architekten und Bürgern ist entscheidend, um diese Ziele zu erreichen. Initiativen wie der Innovators Club fördern Ideen zu inklusiven Wohnquartieren und die Vernetzung der Akteure.
Die Arbeiten am Partnachplatz sollen bis September 2026 abgeschlossen sein, und die genehmigten Projektkosten belaufen sich auf 1,9 Millionen Euro. Trotz der Bauarbeiten wird der Platz während der gesamten Zeit durchgehend überquerbar bleiben, und die Zu- und Abfahrt zu anliegenden Grundstücken wird eingeschränkt gewährleistet. Die Stadt München setzt mit diesem Projekt ein klares Zeichen für eine zukunftsorientierte und inklusive Stadtentwicklung. Mehr Informationen zu den Details der Umbaumaßnahmen finden Sie in den Berichten der TZ und München Unterwegs.