Nach drei Jahren voller Umbaumaßnahmen erstrahlt die Kirche St. Thomas Morus in Sendling nun in neuem Glanz. Der letzte Gottesdienst fand im Mai 2021 statt, und während der Renovierung predigte Pfarrer Detlev Kahl in umliegenden Kirchen. Die umfassende Renovierung betraf nicht nur den Kirchenraum, sondern auch den Turm, das Pfarrhaus und die Kita. Das Ergebnis ist eine hellere Kirche; Fenster und Wände wurden nach 40 Jahren gründlich gereinigt. Besonders auffällig ist die Reduktion der Sitzplätze von 510 auf 380, wodurch der Raum nun lichter und einladender wirkt.

Die Kirchengemeinde zählt mittlerweile 4800 Mitglieder, was insbesondere auf die Zuwanderung neuer Anwohner im Elisengrün zurückzuführen ist. Ein Highlight der Renovierung ist die neue Empore, die um vier Meter in den Kirchenraum erweitert wurde und nun einen Pfarrsaal beherbergt. Die Gesamtkosten des Umbaus belaufen sich auf voraussichtlich 17,9 Millionen Euro, was weniger ist als die ursprünglich veranschlagten 18,7 Millionen Euro. Diese Investitionen stammen vom Erzbischöflichen Ordinariat, während Benedikt Buckler, der Leiter des Ressorts Bauwesen und Kunst, die Entscheidung zur Weiterentwicklung der Kirche mit dem aktiven Gemeindeleben begründet.

Einweihung und Festlichkeiten

Die Einweihung der renovierten Kirche wird am 15. März 2026 um 10 Uhr von Kardinal Reinhard Marx, dem Erzbischof von München und Freising, geleitet. Im Anschluss an den Festgottesdienst findet eine Eröffnungsfeier statt, bei der es Grußworte, einen Empfang und die Möglichkeit zur Besichtigung gibt. Ein großes Pfarrfest ist für den 28. Juni geplant, und am 6. Dezember wird das 60-jährige Kirchenjubiläum gefeiert. Bereits jetzt sind regelmäßige Nachbarschaftsangebote wie Hiphop-Workshops und Nähkurse in Planung, die den Kontakt zur Gemeinde stärken sollen.

Die Renovierung beinhaltete wichtige bauliche Maßnahmen, darunter die Installation einer neuen Orgel mit einem Manual und einem Pedal. Auch die Beichtstühle wurden durch einen neuen Marienraum ersetzt, und das Taufbecken hat nun einen eigenen Platz am Eingang. Sichtbeton wurde als langlebiges und kostengünstiges Material für die Renovierung gewählt. Über dem Altar prangt nun ein schlankes, goldfarbenes Kreuz, während die Fenster gut abgedichtet wurden, um Zugluft zu vermeiden.

Wohnraum für die Gemeinschaft

Ein weiterer Aspekt der Renovierung ist der Bau eines fünfstöckigen Wohnhauses mit 400 Quadratmetern Grundfläche auf einer freien Fläche. Dieses Wohnhaus soll nicht nur Platz für Kirchenmitarbeiter und Studenten bieten, sondern auch für Kunden sozialer Einrichtungen. In München gibt es etwa 20 bis 30 Ensembles wie St. Thomas Morus, die sich durch Immobilien selbst finanzieren sollen, was die finanzielle Unabhängigkeit der Gemeinde unterstützt.

Die umfassende Sanierung des Kirchengebäudes, die am Pfarrzentrum und dem Kindergarten durchgeführt wurde, soll nicht nur den Raum für die Gemeinde optimieren, sondern auch Wohnraum schaffen. Der Kindergarten zog im Sommer 2024 in eine neue Einrichtung um, und das Pfarramt wird als Anbau an der Ostseite der Kirche wieder eröffnet. Dieses Engagement zeigt, wie wichtig die Kirchen für das kulturelle und soziale Leben in der Region sind.

Förderung der Kirchenrenovierung

Kirchengebäude sind kulturelle und architektonische Zeugnisse, deren Erhalt oft mit hohen Kosten verbunden ist. Förderprogramme unterstützen die Bewahrung und nachhaltige Nutzung dieser Bauwerke. In Deutschland prägen viele Kirchen das kulturelle Erbe und die Landschaft. Regelmäßige Restaurierungen sind notwendig, insbesondere für denkmalgeschützte Kirchen, die durch diverse Fördermittel wie die Denkmalschutzförderung der Bundesländer, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und EU-Förderprogramme finanziell unterstützt werden können. Diese Mittel helfen Gemeinden, die Kosten für Instandhaltungen und energetische Modernisierungen zu tragen, um die kulturelle Identität zu bewahren und weiterzuentwickeln.

Der Erhalt von Kirchen ist also nicht nur eine Frage des Glaubens, sondern auch der kulturellen Verantwortung. Mit der Renovierung von St. Thomas Morus wird deutlich, wie wichtig es ist, diese Orte des Zusammenkommens und des Glaubens für zukünftige Generationen zu erhalten und sie gleichzeitig an die Bedürfnisse der heutigen Zeit anzupassen.

Weitere Informationen zur Renovierung und dem Umbau der Kirche finden Sie in den aktuellen Pressemitteilungen des Erzbistums München und den aktuellen Pressemitteilungen.