In München brodelt die Gemütslage in den Stadtvierteln, wenn es um das Thema Wohnmobile und Wohnwagen geht. Anwohner der Gilmstraße am Westpark sind sichtlich genervt von den gefühlten Wohnmobil-Kolonien, die ihre Parkplätze mehr und mehr blockieren. Besonders die Wintermonate sorgen dafür, dass die Zahl der Campingfahrzeuge in den Straßen erhöht. Dies ist nicht nur unangenehm für die Anwohner, sondern auch eine Herausforderung, wenn man abends oder am Wochenende einen Parkplatz sucht.
Laut einem Bericht von muenchen.t-online.de parken in der Gilmstraße etwa sieben Wohnmobile und Wohnwagen. Das führt dazu, dass sich die Nachbarn häufig in Nebenstraßen ausweichen müssen, um einen Parkplatz zu ergattern. Dabei wird deutlich, dass die Stadt München hinsichtlich der Regulierungen wenig Handhabe hat. Denn Wohnmobile dürfen dort abgestellt werden, wo auch PKW parken dürfen, solange sie zugelassen und betriebsbereit sind.
Rechtslage und Stadtpolitik
Ein Blick in die Straßenverkehrsordnung (StVO) zeigt: Wohnwagen müssen alle zwei Wochen bewegt werden, während Wohnmobile da nicht so einsichtig sind. Laut Stadt ist es nahezu unmöglich, das Abstellen von Wohnmobilen generell zu regeln. Nur bei nachweisbaren Gefahren für andere Verkehrsteilnehmer kann das Mobilitätsreferat tätig werden. Aktuell sind keine nennenswerten Beschwerden seitens der Anwohner eingegangen, eine Beschilderung zur Vertreibung von Wohnmobilen wäre sogar rechtlich problematisch.
Ein Lichtblick für Anwohner stellt die Maßnahme dar, die der Stadtrat im August 2025 beschlossen hat. Ab dann dürfen Fahrzeuge über sechs Meter nicht mehr in den Bewohnerparkausweis eingetragen werden, was für viele Wohnmobile von Bedeutung ist. Doch die Gilmstraße liegt nicht in einem entsprechenden Lizenzgebiet, sodass die neuen Regelungen dort nicht zur Anwendung kommen.
Der Campingboom belastet die Städte
Der anhaltende Campingboom in Deutschland sorgt dafür, dass sich vermehrt Wohnmobile am Straßenrand, besonders in Innenstädten, der Parkraum ist knapp. Dies führt beim Parkplatzsuchenden sowie bei den Anwohnern zunehmend zu Unmut. Wie wdr.de erklärt, ist das Abstellen von Wohnmobilen und Wohnwagen auf öffentlichen Parkplätzen grundsätzlich erlaubt, solange die geltenden Regelungen befolgt werden. Bei Verstoß droht ein Verwarnungsgeld von 35 Euro – aber nur, wenn man an engen oder unübersichtlichen Stellen parkt, was nicht immer klar definiert ist.
Die Empfehlung des ADAC, mindestens 3,05 Meter Platz für durchfahrende Fahrzeuge zu lassen, könnte hier helfen, doch für viele bleibt das eine theoretische Idee. Zudem können die Ordnungsbehörden nur bei offensichtlicher Nichtnutzung eines Fahrzeugs eingreifen. Daher bleibt vielen Anwohnern nichts anderes übrig, als weiterhin nach einer Lösung zu suchen.
Die steigenden Zahlen an Campingfahrzeugen werfen auch die Frage auf, ob nicht zusätzliche Stellplätze geschaffen werden sollten, vor allem in ländlichen Regionen, wo diese oft für unter 50 Euro pro Monat zu mieten sind. In städtischen Gebieten könnte das Abstellen und Nächtigen in Wohnmobilen über Winter ein größeres Problem darstellen, denn viele Camper möchten auch in der kalten Jahreszeit die Freiheit des Reisens genießen, ohne dabei andere zu stören.
So bleibt abzuwarten, welche Lösungen die Stadtverwaltung in den kommenden Monaten entwickeln wird, um den Bedürfnissen der Anwohner gerecht zu werden und gleichzeitig die Freiheit des Campings nicht zu stark einzuschränken.




