In Windeck-Schladern scheinen die Wildschweine die Geschicke der Dorfbewohner in den letzten Wochen nachhaltig zu beeinflussen. Erst vor Kurzem verursachten sie bereits zum dritten Mal Verwüstungen auf dem örtlichen Friedhof, wo sie unter anderem ein Areal unter alten Eichen in Beschlag nahmen, das mit Eicheln gesegnet war. Rolf Meding, Vorsitzender des privaten Friedhofsvereins, schildert die Situation als alarmierend und berichtet von wiederholten Besuchen der Tiere, die nun dazu führen, dass der Friedhof nicht mehr in dem Maße betreut werden kann, wie es nötig wäre. Der Rasen muss instandgesetzt und die Wiesenflächen, die durchgeackert wurden, sollten dringend wiederhergestellt werden, besonders in Anbetracht der geplanten Maßnahmen für die Verbesserung der Infrastruktur auf dem Friedhof.

Um der Wildschweinplage Herr zu werden, haben die Verantwortlichen bereits einige Schritte unternommen. So wurden Stabstahlanker zwischen den Zaunpfosten installiert, um das Eindringen der Tiere zu verhindern. Zudem ist ein Elektrozaungerät bestellt worden, das mit Stromimpulsen die Wildschweine von ihrem Streifzug abhalten soll. Auch der bestehende Maschendrahtzaun ist nicht mehr ausreichend, weshalb ein massiverer Gitterzaun geplant ist, dessen Kosten auf etwa 30.000 Euro geschätzt werden. Während Angebote für diesen neuen Zaun eingeholt werden, wird vorübergehend der Elektrozaun installiert.

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Notwendigkeit stabiler Zäune

Die Problematik der Wildschweine in der Region ist jedoch keineswegs neu. Im Rhein-Sieg-Kreis, speziell in Windeck, Eitorf, Hennef und Bad Honnef, sind die Tiere mittlerweile zum festen Bestandteil des Alltags geworden. In Windeck-Schladern wühlen sie nicht nur Gärten auf, sondern bringen auch die Dorfbewohner dazu, eigene Zäune zu bauen. Bernd Hundenborn, Vorsitzender des Schladerner Bürgervereins, beschreibt die Situation als die eines „Dorfes der Wildschweinschutz-Zäune“. Die Hoffnung, diese Tiere generell fernzuhalten, sei jedoch längst aufgegeben worden.

Die ländlichen Gegebenheiten und Rückzugsgebiete bieten den Wildschweinen ideale Lebensbedingungen. So führt die Lage der Grundstücke an der Waldbröler Straße, die an das Naturschutzgebiet Krummauel grenzen, zu besonders häufigen Begegnungen mit den Tieren. Vor allem hohe Zäune, die Bürger dort errichteten, sollen zumindest einen Teil des Problems lösen. Der Förster Armin Hübinger merkt an, dass die natürliche Regulierung der Wildschweinpopulation möglicherweise nur durch kalte Winter oder Seuchen geschehen kann, was den Dorfbewohnern wenig Hoffnung auf eine sofortige Besserung gibt.

Herausforderungen bei der Regulierung

Ein ernstes Thema bleibt auch die Jagd auf die Wildschweine. Der lokale Jagdverband gibt an, dass die Jagd in befriedeten Bereichen, wie dem Schladern, nicht erlaubt ist, was die Regulierung der Population erschwert. Michael Sirch vom Hegering Windeck hat hierzu eine klare Meinung und verweist auf die gesetzlichen Bestimmungen, die eine aktive Bejagung schwierig gestalten. Elmar Höffer, ein Grundstücksbesitzer im Naturschutzgebiet, würde die Möglichkeit einer stärkeren Bejagung unter sicheren Bedingungen befürworten, lehnt aber Maßnahmen wie das Entfernen von Dickicht und Sträuchern ab.

Für die Situation auf dem Friedhof und die Bemühungen um wirksame Schutzmaßnahmen sind die Vereinsmitglieder und Bürger auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Die Finanzierung bleibt unklar, und Spenden werden erbeten, um die notwendigen Maßnahmen zur Abwehr der Wildschweine voranzutreiben. Eines steht fest: Die Wildschweine haben Windeck fest im Griff und die Dorfbewohner stehen vor der Herausforderung, kreative Lösungen zu finden, um ihre Gemeinschaft und ihre Ruhe zu schützen.