Ein Aufreger im Waldfriedhof von Schwalbach sorgt für Gesprächsstoff unter den Besuchern: Ein vermeintlich „offenes Grab“ hat die Gemüter erhitzt. Die Grabstelle, die sich unweit eines Hauptwegs im älteren Teil des Friedhofs befindet, wird von mehreren Passanten als pietätslos wahrgenommen. Es sind verdorrte Gestecke zu sehen, die auf einer etwa 30 Zentimeter tiefen Grube liegen. Eine besorgte Leserin hat sich mit ihrer Kritik an die Stadtverwaltung gewandt. Diese versichert jedoch, dass der Sarg längst mit Erde bedeckt ist und sich deutlich weiter unten befindet, als es den Anschein hat. Der Zustand ist nach einer Beisetzung Ende Januar aufgetreten, als sich die Erde an dieser Stelle stark setzte.
Besucher berichten von einem zunächst kleinen Hügel, der durch die Setzung jedoch verschwand. Zudem wurde ein Gartenbaubetrieb beauftragt, weiteres Erdmaterial einfüllen zu lassen. Wegen der ungünstigen Witterung konnten diese Arbeiten bisher allerdings nicht durchgeführt werden. Die Stadtverwaltung betont, dass von der Grabstelle keine Unfallgefahr ausgeht und eine Absperrung nicht notwendig sei. In naher Zukunft soll das Grab vollständig verfüllt werden.
Alternative Bestattungsformen im internationalen Vergleich
In Anbetracht solcher Vielfalt an Bestattungsformen ist es verständlich, dass die örtlichen Gepflogenheiten und der Umgang mit den Themen Trauer und Gedenken in den verschiedenen Kulturen unterschiedlich ausgeprägt sind. Die Diskussion um das vermeintlich offene Grab in Schwalbach ist also nur ein kleines Puzzlestück im größeren Bild der Bestattungskultur. Ob sie langfristig eine Reform oder Anpassung der Bestattungstraditionen nach sich ziehen wird, bleibt abzuwarten. Bis dahin wird die Stadt die notwendige Erde für die Grabstelle beschaffen und hoffentlich bald wieder für ein angemessenes Umfeld auf dem Friedhof sorgen können.