Heute ist der 27.02.2026. In München wird derzeit eine Retrospektive der bedeutenden Filmemacherin Agnès Varda gezeigt, die als Schlüsselfigur des modernen Films gilt. Varda, geboren am 30. Mai 1928 in Ixelles/Elsene, Belgien, und gestorben am 29. März 2019 in Paris, war nicht nur Spielfilmregisseurin, sondern auch Dokumentaristin, Installationskünstlerin und Filmtheoretikerin. Ihr Werk erstreckt sich über sieben Jahrzehnte und umfasst ein breites Spektrum an kreativen Ausdrucksformen. Sie war die einzige filmende Frau der Nouvelle Vague, einer Bewegung, die das französische Kino revolutionierte und auch Regisseure wie Jean-Luc Godard und François Truffaut hervorbrachte.

Vardas Kino ist offen, erfinderisch und oft autobiografisch. Sie experimentierte mit variierenden Formen, Formaten und Gattungen, was ihre Filme einzigartig und einprägsam macht. Ihre bemerkenswerten Beiträge zur Filmkunst wurden nicht nur mit zahlreichen Preisen, darunter der Ehrenoscar für ihr Lebenswerk 2017 und der Berlinale Kamera 2019, gewürdigt, sondern auch in einer Vielzahl von Ausstellungen und Retrospektiven gefeiert.

Filmische Highlights und Retrospektive

Im Rahmen der laufenden Retrospektive in München werden einige ihrer wichtigsten Werke gezeigt. Dazu gehören:

  • „Cleo – Mittwoch zwischen 5 und 7“ (Klassiker des modernen Kinos) am 10. März um 21.00 Uhr und am 13. März um 18.00 Uhr.
  • „Vogelfrei“ mit Sandrine Bonnaire am 17. April um 18.00 Uhr und am 21. April um 21.00 Uhr.
  • „Die Sammler und die Sammlerin“ (erstmals digital gefilmt) am 2. Mai um 18.00 Uhr und am 5. Mai um 21.00 Uhr.
  • „Visages villages“ (Zusammenarbeit mit J.R.) am 27. Mai um 21.00 Uhr und am 30. Mai (Vardas Geburtstag) um 18.00 Uhr.

Weitere Informationen und Termine sind auf der Website des Münchner Stadtmuseums verfügbar. Varda, die in Sète an der französischen Mittelmeerküste aufwuchs, studierte an der Sorbonne und der École du Louvre Literatur, Kunstgeschichte und Philosophie. Sie begann ihre Karriere als Fotografin, was ihren filmischen Stil stark prägte. Ihr Debütfilm „La Pointe-Courte“ erschien 1954 und war dem Regiedebüt von François Truffaut um fünf Jahre voraus.

Agnès Varda: Ein Leben in Bildern

Varda war nicht nur eine talentierte Filmemacherin, sondern auch eine leidenschaftliche Dokumentaristin. Ihre Dokumentation „Fern von Vietnam“ (1967) thematisierte den Vietnamkrieg und zeigt bereits früh ihr Engagement für gesellschaftliche Themen. Ihre Werke, wie das Filmporträt über Jane Birkin und die Hommage an Jacques Demy, verdeutlichen ihre Fähigkeit, persönliche Geschichten mit politischem und sozialem Kommentar zu verbinden.

Bis kurz vor ihrem Tod arbeitete sie an neuen Projekten; ihr Dokumentarfilm „Varda par Agnès“ wurde 2019 auf der Berlinale gezeigt. Agnès Varda hinterlässt ein beeindruckendes Erbe in der Filmwelt und hat mit ihrer offenen, kreativen Herangehensweise an das Kino Generationen von Filmemachern beeinflusst. Ihre Filme erhielten zahlreiche Auszeichnungen, darunter Césars für „Die Strände von Agnès“ (2008) und „Die Sammler und die Sammlerin“, der 2001 als Bester Dokumentarfilm ausgezeichnet wurde.

Für alle, die Vardas außergewöhnliche Vision und ihr Lebenswerk näher kennenlernen möchten, bietet die Retrospektive in München eine einmalige Gelegenheit. Weitere Details sind auf der Webseite des Münchner Stadtmuseums zu finden. Informationen über Vardas Leben und Werk sind auch auf der Wikipedia-Seite zu finden, die umfassende Einblicke in ihre Karriere gibt hier.

Vardas Einfluss auf das Kino wird noch lange spürbar sein. Sie hat eine Brücke zwischen Kunst und Gesellschaft geschlagen und damit die Perspektive auf das, was Film sein kann, erweitert. Ihre Arbeiten sind ein wichtiger Bestandteil der Filmgeschichte und ein Beweis für die Kraft des Geschichtenerzählens.

Für weitere Informationen über das kreative Schaffen von Agnès Varda und ihre bedeutenden Beiträge zur Filmkunst, besuchen Sie die Wochenanzeiger-Seite.