Die Lage im öffentlichen Nahverkehr in Bayern spitzt sich zu. Am Dienstag, den 14. April, hat die Gewerkschaft Verdi einen Warnstreik im gesamten ÖPNV ausgerufen, der die Verkehrsbetriebe in zehn Städten, darunter München, Nürnberg und Augsburg, betreffen wird. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) rechnet mit starken Einschränkungen im Betriebsablauf. Laut Merkur sind die U-Bahnen, Busse und Straßenbahnen stark betroffen, während die S-Bahnen und Regionalzüge planmäßig verkehren werden.
Die Busse und U-Bahnen in der Landeshauptstadt werden zunächst nicht fahren, es sei denn, die Personalverfügbarkeit erlaubt es. Ein Notfahrplan wird vorbereitet. „Rund die Hälfte des Busangebots kommt von privaten Unternehmen, die nicht bestreikt werden“, so ein MVG-Sprecher. Dennoch sollten Fahrgäste besser auf andere Transportmöglichkeiten zurückgreifen oder, wenn möglich, das Homeoffice einplanen.
Inhalt der Forderungen
Verdi fordert eine Gehaltserhöhung von insgesamt 550 Euro, verteilt auf zwei Stufen innerhalb von 24 Monaten, sowie eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit und eine gesetzliche Mindestruhezeit von elf Stunden. Die Arbeitgeber hingegen zeigen laut Verdi kaum Bewegung in den Verhandlungen. Bereits in der vergangenen Woche hat Verdi Druck aufgebaut, und die nächsten Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft und dem kommunalen Arbeitgeberverband sind für nächste Woche geplant, wie BR berichtet.
Das Thema hat auch nationale Bedeutung. Die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst laufen seit Dezember 2025, mit Gewerkschaften, die unter anderem 7% mehr Einkommen oder mindestens 300 Euro zusätzlich fordern. Verdi hat die Mobilisierung als gut eingeschätzt und plant Warnstreiks sowie Protestaktionen. Diese Tarifrunde bezieht sich auf etwa 2,2 Millionen Beschäftigte, darunter über 900.000 Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst. Die Arbeitgeber haben den Großteil dieser Forderungen bereits abgelehnt und argumentieren, dass die Belastungen für die Kommunen bereits zu hoch sind.
Der Druck erhöht sich
Die Warnstreiks in München sollen am Mittwoch um 11 Uhr beginnen und bis Freitag um 4 Uhr andauern. Dies hat auch Auswirkungen auf das kommende Champions-League-Spiel des FC Bayern gegen Atalanta in der Allianz Arena. In der Früh wird noch ein regulärer Betrieb angestrebt, doch ab dann ist nur mit sporadischem Betrieb zu rechnen. Verdi rief auch Mitarbeiter aus der Leitstelle und dem Fahrgastservice zum Warnstreik auf, um ihre Position zu stärken und die Arbeitgeber unter Druck zu setzen.
Der kommunale Arbeitgeberverband kritisierte jedoch die Gewerkschaft und befürchtet, dass diese die Streiks zur Mitgliederwerbung nutzt, während die Arbeitgeber bereits ein ursprüngliches Angebot bei ersten Verhandlungen präsentiert haben. Verdi weist dieses Argument zurück und erhält von den Fahrgästen Verständnis für die Situation. „Wir fordern mehr Unterstützung von der Politik“, äußerte ein Verdi-Sprecher.
Die Lage bleibt angespannt, und die kommenden Tage könnten entscheidend dafür sein, wie sich die Verhandlungen und damit der öffentliche Nahverkehr in Bayern entwickeln werden. Weitere Informationen werden rechtzeitig bereitgestellt, während die Gewerkschaft ihren Einsatz fortsetzt und die betroffenen Städte entlasten möchte.