Die asiatische Tigermücke ist inzwischen kein unbekannter Besucher mehr in Bayern. Diese stechfreudige Art hat sich in mehreren Städten wie Fürth, München, Würzburg und Nürnberg sowie in den Landkreisen Forchheim und Wunsiedel dauerhaft niedergelassen. Das zeigt, dass sie sich hier wohlfühlt und die milden Winter in Bayern übersteht – ein klarer Hinweis auf eine fest ansässige Population.

Ursprünglich stammt die Tigermücke aus tropischen Regionen und hat den Weg nach Europa über internationalen Waren- und Reiseverkehr gefunden. Der Klimawandel spielt ebenfalls eine Rolle, indem er die Etablierung dieser Mückenart in gemäßigten Breiten begünstigt. Die Tigermücke ist vor allem tagsüber aktiv und kann gefährliche Erreger wie Dengue-, Chikungunya- oder Zika-Viren übertragen. Auch wenn das LGL (Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit) derzeit Entwarnung gibt und feststellt, dass Tigermücken in Deutschland in der Regel keine Krankheitserreger tragen, steigt das Risiko einer Übertragung mit der Ausbreitung dieser Mücken.

Informationskampagnen in München

Um der Tigermücke entgegenzuwirken, hat die Stadt München Informationskampagnen gestartet und ruft die Bürger zur Mithilfe auf. Kostenlose Informationsveranstaltungen bieten die Möglichkeit, mehr über Schutzmaßnahmen zu erfahren. Zu den wichtigen Maßnahmen gehört es, stehendes Wasser in Eimern, Gießkannen, Vogeltränken und Untersetzern zu vermeiden, da dies ideale Brutstätten für die Mücken schafft. Hier sind einige Termine für die kommenden Veranstaltungen:

  • 21. April, 16-18 Uhr: Stadtbibliothek Hadern
  • 21. und 28. April, 15-17 Uhr: Stadtbibliothek Laim
  • 23. April, 18:30 Uhr: Webinar
  • 30. April, 18 Uhr: MVHS in Laim
  • 11. Juni, 19 Uhr: MVHS in Hadern

Das LGL wird ein Überwachungsprogramm für Stechmücken von Mai bis Oktober fortsetzen und bietet den Kommunen Unterstützung bei der Bekämpfung der Tigermücke an. Die Sorge um die Ausbreitung invasiver Arten ist nicht unbegründet, denn in Deutschland gibt es insgesamt 1149 Neozoen, von denen 264 als etabliert gelten. Der Klimawandel und menschliche Aktivitäten, wie Flächeninanspruchnahme und Umweltverschmutzung, tragen dazu bei, dass nicht heimische Arten immer mehr in unsere Ökosysteme eindringen.

Ein Blick auf invasive Arten

In Nordrhein-Westfalen gibt es rund 35.500 Tierarten, von denen mindestens 200 als Neobiota gelten. Ein Beispiel ist die Nosferatu-Spinne, die seit 2006 in NRW nachgewiesen wurde und sich aufgrund günstiger klimatischer Bedingungen ausbreitet. Diese Spinne hat jedoch keine nachweislich negativen Umweltauswirkungen und wird nicht als invasive Art betrachtet. Im Gegensatz dazu können andere invasive Arten, wie die Asiatische Hornisse oder tropische Blattschneiderameisen, heimische Arten verdrängen oder wirtschaftliche Schäden verursachen.

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Die Verdrängung heimischer Arten durch invasive nicht heimische Arten ist ein Thema von wachsender Bedeutung. Das Bundesamt für Naturschutz untersucht die Schädlichkeit neuer Arten und bewertet ihre Invasivität. Die Verbreitung invasiver Arten bleibt eine Herausforderung, die nicht nur eine lokale, sondern auch eine globale Dimension hat.