Heute ist der 27.02.2026 und in Schwabing-West gibt es einen regelrechten Aufschrei über die Preisgestaltung in den Berghütten der bayerischen Alpen und Tirol. Ein Hüttenwirt aus dem Allgäu hat in einem viralen Instagram-Video, das fast 500.000 Aufrufe verzeichnet, die überzogenen Preise in der Gastronomie scharf kritisiert. Er nennt besorgniserregende Beispiele: Schmalzbrot für 14,90 Euro, Kaltgetränke über 5,90 Euro und Bierpreise zwischen sechs und sieben Euro. Der Wirt ruft nicht nur zum Boykott dieser Hütten auf, sondern fordert auch eine faire Preisgestaltung, die den Gästen zugutekommt. Er sieht sich sowie die Gäste als Opfer der übertriebenen Preisgestaltung und verweist darauf, dass viele Hütten Tiefkühlware als regionales Angebot verkaufen. Auch Wanderer sind über die hohen Preise verärgert, zum Beispiel über 24,50 Euro für einen kleinen Snack. Im Gegensatz dazu bietet der Wirt in seiner eigenen Hütte Preise an, die deutlich günstiger sind: Spezi (0,5 L) für 3,80 Euro, Bier für 4,50 Euro und eine gemischte Brotzeit für 14,90 Euro.
Die Reaktionen auf das Video sind überwiegend positiv. Nutzer auf Instagram unterstützen seine Meinung und berichten von ähnlichen Erfahrungen mit hohen Preisen in anderen Regionen. Zudem bitten einige um Empfehlungen für Hütten mit fairen Preisen. Diese Diskussion wird auch von anderen Gastronomievertretern aufgegriffen. Tom Waibel, Gastronom der Fischerhütte Tannheim in Österreich, äußert ähnliche Bedenken. Auch er kritisiert die Preispolitik in der Gastronomie der bayerischen und österreichischen Alpen und bezeichnet die Preise für Kaltgetränke (0,4 Liter) über 5,90 Euro und Bierpreise über 6 bis 7 Euro als unangemessen. Zudem bemängelt Waibel, dass trotz Werbung mit Regionalität und Qualität oft Tiefkühlware serviert wird. Er fordert eine Rückkehr zu guten, regionalen Produkten und fair kalkulierten Preisen, während er anerkennt, dass die Herausforderung, frische Lebensmittel im Winter auf die Hütten zu bringen, nicht zu unterschätzen ist.
Ein Aufruf zur Veränderung
Beide Gastronomen, der Hüttenwirt aus dem Allgäu und Tom Waibel, sind sich einig, dass es an der Zeit ist, die überzogenen Preise zu hinterfragen und zu boykottieren. Alois Rainer, Obmann des Fachverbands Gastronomie in der Wirtschaftskammer Österreich, verteidigt zwar die hohen Preise und argumentiert, dass die Aussicht an schönen Orten in die Preise einfließt, jedoch bleibt die Frage, ob dies die exorbitanten Kosten rechtfertigt. Der Ruf nach fairen Preisen und einer besseren Preisgestaltung wird immer lauter, und die Gastronomie muss reagieren, um das Vertrauen und die Loyalität der Gäste nicht zu verlieren.
Die aktuelle Diskussion rund um die Preisgestaltung in den alpinen Hütten zeigt, wie wichtig es ist, dass Gastronomieanbieter auf die Wünsche ihrer Gäste eingehen. Vermehrt wird die Forderung nach regionalen Produkten und fairen Preisen laut, um die Attraktivität der bayerischen und österreichischen Alpen als Ziel für Wanderer und Naturliebhaber zu bewahren. Die Situation könnte somit nicht nur eine Chance für die Gastronomie sein, sondern auch für die Erhaltung der traditionell bayerischen Gastfreundschaft.
Für weitere Informationen zu diesem Thema können Sie die Originalartikel auf TZ und Bild nachlesen.