Ein beachtlicher Werdegang verbindet Roland Trettl, geboren am 3. Juli 1971 in Bozen, mit der Münchner Gastronomieszene. Der heute als Moderator der TV-Show „First Dates“ bekannte Koch trat seinen Berufsweg Ende der 1980er Jahre an. Besonders prägend war für ihn die Zeit im Restaurant Aubergine, einem der renommiertesten Lokale der Stadt, das 1978 vom Sternekoch Eckart Witzigmann eröffnet wurde. Es war berühmt dafür, das erste deutsche Restaurant zu sein, das gleich drei Michelin-Sterne erhielt.
Im Aubergine, das sich am Maximiliansplatz befand, lernte Trettl nicht nur den Umgang mit hochwertigen Zutaten, sondern auch, was es heißt, in einem Team von Spitzenköchen zu arbeiten. Hier kochten unter anderen Größen wie Harald Wohlfahrt und Alfons Schuhbeck. Sein Einstieg bei Witzigmann war kurios: Trettl reichte nicht die übliche Bewerbungsmappe ein, sondern ein graviertes Holzbrett – ein Einfall, der Witzigmann sofort auf ihn aufmerksam machte.
Die Aushängeschilder der Stadt
Witzigmann war nicht nur für seinen kreativen Kochstil bekannt, sondern spielte eine entscheidende Rolle in der Etablierung der Nouvelle Cuisine in Deutschland. Diese kulinarische Revolution, die in den 1970er Jahren einsetzte, kombinierte Reduktion mit Ästhetik und brachte frischen Wind in die deutsche Gastronomie. Das Tantris, wo Witzigmann ab 1971 Küchenchef war, gilt ebenfalls als Meilenstein der deutschen Küche und half, die Branche zu transformieren. Witzigmann erhielt für seine Leistungen zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Titel „Koch des Jahrhunderts“ von Gault & Millau im Jahr 1994.
Trettl setzte seine kulinarische Karriere nach der Aubergine im Tantris fort und folgte Witzigmann dann nach Mallorca, wo er die Küchenleitung im Restaurant Ca’s Puers übernahm. Ein weiterer bedeutender Schritt war seine Rolle als Executive Chef im Ikarus im Hangar-7 in Salzburg, wo er von 2003 bis 2013 das innovative Gastkochkonzept mitentwickelte.
Ein Blick zurück
Trettl und seine Zeit im Aubergine markierten den Aufstieg einer neuen Kochergeneration in Deutschland. Dies geschah zur Zeit, als Witzigmanns Aubergine noch große Erfolge feierte, jedoch auch auf schwierige wirtschaftliche Herausforderungen stieß. Der hohe Personalaufwand – 18 Köche für maximal 45 Gäste – stellte die Rentabilität in Frage. Trotz des Glanzes und der Reputation des Lokals führte dies schließlich zu seiner Schließung Ende 1994.
Die Geschichten von Trettl und dem Aubergine spiegeln nicht nur persönliche Erfolge wider, sondern auch die Entwicklung einer gesamte Branche, die sich fortwährend neu erfindet.