Im Herzen von München, genauer gesagt auf dem Alten Südfriedhof, befindet sich die Grabstätte von Franz Christoph von Rothmund, einem bedeutenden Pionier der modernen Chirurgie. Leider ist diese Ruhestätte stark verwahrlost. Der Alte Südfriedhof wird seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr für Beerdigungen genutzt, doch er beherbergt die letzten Ruhestätten vieler prominenter Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts, darunter auch Leo von Klenze, Carl Spitzweg und Friedrich von Gärtner. Der Bezirksausschuss (BA) Ludwigs- und Isarvorstadt hat nun Maßnahmen gefordert, um das Grab Nr. 36-1-34 von Rothmund in einen besseren Zustand zu versetzen.
Der BA plant, sich direkt an die Friedhofsverwaltung und den Gartenbau zu wenden, um den Antrag zur Wiederherstellung der Grabstätte voranzutreiben. Ein Kirschlorbeerbaum, der sowohl das Grab als auch den Grabstein verdeckt, soll entfernt werden, da es sich um eine giftige und nicht heimische Pflanze handelt. Zudem sind Schmutz, Abfall und Gerümpel zwischen dem Busch und dem Grabstein zu finden, die vom Gartenbauamt beseitigt werden sollen. Der BA hat eine Frist gesetzt, um sicherzustellen, dass die notwendigen Maßnahmen ergriffen werden. Darüber hinaus möchte der BA auch den Zustand weiterer prominenter Gräber am Alten Südfriedhof prüfen. Weitere Informationen zu Rothmunds Leben und Wirken sind in der Stadtgeschichte Münchens zu finden.
Ein Leben für die Medizin
Franz Christoph Rothmund, ab 1857 Ritter von Rothmund, wurde 1801 geboren und verstarb 1891 im Alter von 89 Jahren. Er gilt als Begründer der modernen Chirurgie und hat durch seine innovative Arbeit maßgeblich zur Professionalisierung der Medizin beigetragen. Sein Studium der Philosophie und Medizin absolvierte er an der Universität Würzburg und vervollständigte es in Berlin bei Karl von Graefe. 1823 promovierte er zum Dr. med. und war danach als Medizinalbeamter und Gerichtsarzt in Volkach tätig, wo er sich besonders um hygienischere Zustände während der Choleraepidemie von 1835/1836 kümmerte.
1843 wurde Rothmund zum Professor und Direktor der I. Chirurgischen Abteilung am Städtischen Krankenhaus in München berufen. Dort erprobte er neue Behandlungsmethoden und führte die Äthernarkose ein. Zudem war er in den Jahren 1866 und 1870/1871 als Militärarzt aktiv und wurde für seine Verdienste mit mehreren Orden ausgezeichnet. Rothmunds Sohn, August von Rothmund, wurde ebenfalls ein bekannter Augenarzt. Nach seiner Emeritierung 1871 blieb er weiterhin aktiv und veröffentlichte Fachbeiträge, die die medizinische Gemeinschaft bereicherten.
Die Bedeutung der Gräberpflege
Die Wiederherstellung und Pflege von Gräbern wie dem von Rothmund sind nicht nur eine Frage des Respekts gegenüber den Verstorbenen, sondern auch eine kulturelle Verantwortung der Stadt München. Der Alte Südfriedhof ist ein historischer Ort, der die Geschichte der Stadt und ihrer einflussreichen Persönlichkeiten widerspiegelt. Es liegt in der Verantwortung der Stadt, diesen Ort zu erhalten und die Erinnerungen an seine bedeutenden Bürger zu bewahren. Die Initiativen des BA sind ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, um sicherzustellen, dass die Gräber in einem angemessenen Zustand gehalten werden.
Für weitere Informationen über die geschichtliche Bedeutung der Friedhöfe in München und deren berühmte Bewohner kann die Stadtgeschichte München besucht werden.