Die Aufarbeitung der NSDAP-Mitgliedschaften bleibt ein relevantes Thema in der Geschichtsforschung. Besonders interessant ist dabei die umfassende Liste von NSDAP-Parteimitgliedsnummern, die einen Überblick über die Personen bietet, die der DAP bzw. der NSDAP seit 1925 angehörten. In der Regel sind die Mitglieder nach ihrer Mitgliedsnummer sortiert, beginnend mit der niedrigsten. Diese wertvollen Daten sind im Wikipedia-Artikel umfassend zusammengefasst, der die Strukturen und Hintergründe beleuchtet.
Die zentrale Verwaltung der Mitgliederdaten ist im Bundesarchiv angesiedelt, und zwar speziell in Berlin-Lichterfelde. Laut dem Bundesarchiv sind dort sowohl die NSDAP-Zentralkartei als auch die Gaukartei verwahrt. Beide Karteien wurden um 2020 vollständig digitalisiert, wodurch der Zugang zu diesen historischen Dokumenten erleichtert wird. In der Gaukartei sind 8.289.661 Karten erhalten, während die Zentralkartei mit 4.427.351 Karten aufwartet. Rund 80 bis maximal 90 Prozent der Parteimitglieder können somit über diese Karteien nachgewiesen werden.
Digitale Forschung und Erhalt der Dokumente
Das Bundesarchiv hat sich als Ziel gesetzt, die NSDAP-Mitgliederkartei jederzeit online zur Verfügung zu stellen, sofern die gesetzlichen Schutzfristen abgelaufen sind. Diese Fristen betragen 100 Jahre nach der Geburt oder zehn Jahre nach dem Tod einer Person. Seit 1994 sind die Originalunterlagen im Bundesarchiv gesammelt, wo sie aufwändig digitalisiert wurden. Dennoch sind die Bestände durch Kriegsereignisse nicht vollständig erhalten geblieben, was die Forschung kompliziert, aber auch spannend macht.
Wer umfassendere Informationen zu einzelnen Mitgliedern sucht, kann schriftliche oder digitale Anfragen an das Bundesarchiv schicken. Auskünfte werden in der Regel als digitale Kopie verschickt. Für wissenschaftliche und amtliche Anfragen steht zudem die Möglichkeit zur Verfügung, vor Ort in Berlin-Lichterfelde zu recherchieren. All dies zeigt, dass die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit nicht nur von historischer Relevanz ist, sondern auch eine wichtige Grundlage für die politische Bildung der heutigen Generationen darstellt.
Erfreuliche Zugänglichkeit
Ein weiterer Aspekt ist, dass auch das Nationalarchiv der USA kürzlich digitalisierte Mikrofilme der NSDAP-Mitgliederkartei veröffentlicht hat, die aus dem Berlin Document Center stammen. Dieses Archiv hatte nach dem Zweiten Weltkrieg die Verantwortung für viele NS-Dokumente übernommen. Diese international zugänglichen Daten bieten zusätzliche Einsichten in die Strukturen der NSDAP und ihre Mitglieder.
Abschließend bleibt festzuhalten, dass die Erforschung und Dokumentation der NSDAP-Mitgliederkartei ein wichtiger Schritt in der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist. Es ist eine Aufgabe, die auch weiterhin stark im Fokus der historischen Forschung stehen wird und für die künftigen Generationen eine wertvolle Informationsquelle darstellt.





