Heute ist der 11.03.2026 und wir feiern einen ganz besonderen Anlass: Heinrich Rantzau, der bedeutende Humanist und Statthalter des dänischen Königs, wird 500 Jahre alt. Dieser bemerkenswerte Geburtstag wird gebührend im Kreis Steinburg gefeiert. Die festlichen Aktivitäten sind vielfältig und reichen von einer geschlossenen Gesellschaft im malerischen Schloss Breitenburg bei Itzehoe, wo Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und der dänische Generalkonsul Henrik Becker-Christensen Reden halten, bis hin zu einer öffentlichen Feier in der St. Laurentiuskirche in Itzehoe.
In der St. Laurentiuskirche wird besonders das Leben und Wirken von Rantzaus Ehefrau, Christine von Halle, gewürdigt. Sie war in ihrer Zeit eine außergewöhnliche Geschäftsfrau und zeigt damit, wie wichtig Gleichberechtigung und religiöse Toleranz für Heinrich Rantzau waren. Diese Themen waren ihm zeitlebens ein großes Anliegen und fließen auch in die Feierlichkeiten ein, die von Musik auf traditionellen Instrumenten und plattdeutschen Texten, die Rantzau für seine Kinder schrieb, begleitet werden.
Ein Leben im Dienst der Aufklärung
Heinrich Rantzau wurde am 11. März 1526 geboren und war von 1556 bis 1598 Statthalter in Schleswig und Holstein. Er war nicht nur ein bedeutender Vertreter der Renaissance und des Humanismus im deutsch-dänischen Raum, sondern auch ein vielseitiger Mann: Finanzier, politischer Berater, Ökonom, Bauherr, Geograph, Autor und Korrespondent. Seine umfassende Ausbildung begann bereits im Alter von 12 Jahren an der Universität Wittenberg, wo er sich mit den Konflikten und Herausforderungen seiner Zeit auseinandersetzte.
Rantzau war für seine Vision eines europäischen Generalfriedens bekannt, der auf Glaubens- und Gewissensfreiheit basierte. Diese progressive Denkweise war in der damaligen Zeit äußerst unüblich. Er heiratete 1554 Christine von Halle, die mit einer Mitgift von vier Tonnen Gold in die Ehe einbrachte. Das Paar hatte zwölf Kinder, von denen sieben das Erwachsenenalter erreichten.
Ein Vermächtnis der Toleranz und des Fortschritts
Rantzau spielte eine entscheidende Rolle im politischen Geschehen seiner Zeit, unter anderem beim erfolgreichen Angriff auf die Bauernrepublik Dithmarschen. Er veröffentlichte 1570 eine Beschreibung dieses Feldzugs unter dem Pseudonym Christianus Cilicius Cimber. Sein Engagement für die Hebung von Wirtschaft und Kultur in Schleswig-Holstein hinterlässt bis heute Spuren. So baute er mehrere bedeutende Bauwerke, darunter die Breitenburg und Gut Rantzau, und war der erste, der Kiefern in Schleswig-Holstein anpflanzte.
Sein Wirken war auch von persönlichem Leid geprägt, als er den Tod von vier seiner Kinder und seines Freundes, König Friedrich II. von Dänemark, erlebte. Trotz dieser Rückschläge setzte Rantzau seine Bemühungen fort und wurde 1580 mit dem Elefanten-Orden, dem höchsten dänischen Orden, ausgezeichnet.
Heinrich Rantzau verstarb am 31. Dezember 1598, und sein Sohn Gerhard Rantzau trat in seine Fußstapfen. Posthum wurde Rantzau für seine Verdienste um die Stadt Bad Segeberg mit der Heinrich-Rantzau-Medaille geehrt. Sein umfangreiches Erbe, das sowohl kulturelle als auch wirtschaftliche Aspekte umfasst, wird heute lebendig gehalten und geschätzt.
Die Feierlichkeiten zu Rantzaus 500. Geburtstag sind nicht nur ein Rückblick auf das Leben eines bedeutenden Mannes, sondern auch eine Erinnerung an die Werte, für die er einstand: Gleichberechtigung, religiöse Toleranz und der unermüdliche Einsatz für den Fortschritt. In Zeiten, in denen solche Themen wieder verstärkt in den Fokus rücken, ist es wichtig, Rantzaus Vermächtnis lebendig zu halten und zu feiern, wie es heute im Kreis Steinburg geschieht.
Für weitere Informationen über Heinrich Rantzau und seine Verdienste können Sie auch die NDR-Website sowie seine Wikipediaseite besuchen.