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In den letzten Monaten haben Archäologen in Ottendorf-Okrilla bemerkenswerte Funde gemacht. Im Rahmen der Ausgrabungen auf dem Abbaufeld Würschnitz des Kiessandtagebaus wurden mehrere Hügelgräber entdeckt, die auf die Schnurkeramische Kultur zurückgehen und somit rund 4500 Jahre alt sind. Diese Kultur, die sich von der Ukraine bis zur Schweiz erstreckte, ist durch charakteristische Rillenmuster auf ihrer Keramik geprägt, die mit einer gedrehten Schnur in feuchten Ton gedrückt wurden. Laut den Berichten von dnn.de begann die Grabung im August 2025, als ein neuer Abbauabschnitt erschlossen wurde.

Das Grabungsteam, unter der Leitung von Dr. des. Matthias Conrad, hat auf einer Fläche von 7,2 Hektar insgesamt zehn Hügelgräber sowie ein zusätzliches Grab aus der Bronzezeit untersucht. Besonders bemerkenswert ist, dass die Gräber derart gut erhalten waren, dass ihre Hügel vor Beginn der Grabungen noch deutlich sichtbar waren, was als äußerst selten gilt. Diese Gräber datieren zwischen 2750 und 2200 v. Chr. und sind der zweitgrößte Bestattungsplatz der Schnurkeramikperiode in Sachsen östlich der Elbe, so die Informationen von archaeologie-online.de.

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Bedeutende Funde und Bestattungspraktiken

Die Bestattungsformen der Schnurkeramischen Kultur waren speziell und erinnerten an die sozialen Strukturen der damaligen Zeit. Menschen wurden typischerweise in Hockerlage bestattet, die Verstorbenen lagen mit angezogenen Beinen auf der Seite. Auffällig ist die geschlechtsspezifische Bestattungssitte: Männer wurden rechts mit dem Kopf nach Westen und Frauen links mit dem Kopf nach Osten beigesetzt. Dies verdeutlicht die Bedeutung von sozialen Hierarchien und Geschlechterrollen schon in der Jungsteinzeit.

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Die Gräber waren zudem reich an Beigaben, was auf den sozialen Status oder den Reichtum der Bestatteten hindeutet. In rund 50% der Gräber fanden sich Beile, in 60% Äxte, was eine außergewöhnliche Menge darstellt. Zudem wurden in drei der Gräber insgesamt zehn Feuerstein-Pfeilspitzen sowie diverse Tongefäße, darunter Amphoren und Trinkbecher, ausgegraben. Ein besonderes Highlight war der Fund von knapp 20 Kupferperlen, die vermutlich als Halsschmuck dienten. Es ist erwähnenswert, dass nur drei schnurkeramische Gräber in Sachsen mit erhaltenem Kupferschmuck bekannt sind und der Fund in dieser Größe einzigartig ist, wie medienservice.sachsen.de berichtet.

Die Bedeutung archäologischer Untersuchungen

Dr. Regina Smolnik, Landesarchäologin, betont die Bedeutung systematischer archäologischer Untersuchungen, gerade im Vorfeld von Abbauvorhaben. Sie hebt hervor, dass dies eine der letzten Gelegenheiten war, solche Hügelgräber in Sachsen zu untersuchen, da die letzte umfassende Untersuchung dieser Art mehr als 40 Jahre zurückliegt. Die aktuellen Grabungen bieten nicht nur Einblicke in dieBestattungskultur der damaligen Zeit, sondern auch in die Lebensweisen der Menschen, die vor über 4500 Jahren in dieser Region lebten.

Die Ergebnisse aus Ottendorf-Okrilla sind ein spannendes Stück Geschichte, das uns Einblicke in eine längst vergangene Zivilisation eröffnet und dabei hilft, die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft in dieser Region besser zu verstehen. Wer weiß, welche weiteren Schätze die Erde noch birgt, wenn weitere Grabungen durchgeführt werden!