Am Freitag und Samstag wird der öffentliche Nahverkehr in Bayern von umfangreichen Warnstreiks betroffen sein. Die Gewerkschaft Verdi hat diesen Schritt initiiert, um Druck in den laufenden Tarifverhandlungen auszuüben. In mehr als einem Dutzend Städten, darunter München, Nürnberg, Augsburg und Regensburg, werden die U-Bahn, Tram und Buslinien bestreikt. Die Streiks beginnen am Freitagmorgen und enden am Samstagabend. S-Bahnen und Regionalzüge sind von den Streiks nicht betroffen, da diese von anderen Betreibern geführt werden. Laut einer Berichterstattung werden in München die U-Bahnen und Trams weitgehend ausfallen, während die Busse nur teilweise fahren. In Augsburg bleibt der Busverkehr im Depot, während in Regensburg und Landshut ebenfalls Ausfälle zu erwarten sind.

Die Warnstreiks zielen darauf ab, die Gehaltsforderungen der Gewerkschaft Verdi zu unterstützen. Verdi fordert für etwa 9.000 Beschäftigte eine Entgeltsteigerung von 668,75 Euro sowie eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit. Bisher gibt es jedoch keine nennenswerte Annäherung zwischen Verdi und den kommunalen Arbeitgebern. Auch die Wetterbedingungen sind günstig für die Streikenden, da die Temperaturen mild und trocken sind. In vielen Städten wird eine eingeschränkte Notfallplanung in Kraft gesetzt, und Pendler werden ermutigt, alternative Verkehrsmittel wie Autos, Fahrgemeinschaften oder Fahrräder zu nutzen.

Betroffene Städte und Auswirkungen

Die Warnstreiks betreffen mehrere Städte in Bayern, darunter München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Ingolstadt, Fürth, Bamberg, Passau, Landshut, Schwabach, Bayreuth, Schweinfurt und Dachau. In München und Nürnberg finden am Streikwochenende keine größeren Fußballspiele statt, was die Situation etwas entspannen könnte. In Augsburg steht jedoch ein Spiel zwischen dem FCA und Köln auf dem Programm, weshalb hier Abstimmungen mit den Ordnungsbehörden stattfinden.

In der Stadt München könnten die Auswirkungen des Streiks erheblich sein. Zwar waren am Morgen des Streiks einige Busse im Einsatz, jedoch fuhren viele der U-Bahnen und Trams nicht. Ein Teil des U-Bahn-Netzes sowie einige Trambahnen wurde später in Betrieb genommen, was die Mobilität der Bürger deutlich einschränkt. Auch in anderen Städten, wie Ingolstadt, sind die Auswirkungen des Streiks vergleichsweise gering, da dort der Geltungsbereich des Tarifvertrags anders geregelt ist.

Hintergrund der Tarifverhandlungen

Die aktuellen Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst haben am 3. Dezember 2025 in Berlin begonnen. Die Gewerkschaften fordern eine Erhöhung der Einkommen um 7%, mindestens jedoch 300 Euro zusätzlich. Zudem sollen Nachwuchskräfte 200 Euro mehr pro Monat erhalten, und die Zeitzuschläge sollen um 20% steigen. Der Finanzsenator von Hamburg bezeichnet diese Forderungen als „nicht leistbar“ und „astronomisch“, was die Verhandlungen zusätzlich erschwert. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickeln wird und ob die Warnstreiks einen Einfluss auf die Verhandlungen haben werden. Mehr Informationen zu den Hintergründen finden Sie in einer Berichterstattung.