München steht im Zeichen eines dringlichen Themas: dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum. In einem anstehenden Austausch, zu dem die Grünen München einladen, wird es um die Umwidmung von Gewerbeimmobilien in Wohnraum gehen. Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit prominenten Vertretern wie Christian Smolka, Stadtrat und Mitglied im Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung, sowie Sybille Stöhr, Stadträtin, statt. Dabei gilt es, innovative Projekte wie die Ten Towers ins Blickfeld zu rücken, die neues Wohnen und Arbeiten in den Mittelpunkt stellen.
Ein vielversprechender Ansatz zur Schaffung von Wohnraum besteht darin, leerstehende Gewerbeflächen zu nutzen. Die Immobilienbranche hebt hervor, dass bei einer Umwandlung – sei es eines Ladenlokals, Büros oder einer Werkstatt – eine Genehmigung erforderlich ist, selbst ohne bauliche Veränderungen. Diese Genehmigung sollte möglichst frühzeitig mit dem zuständigen Bauamt diskutiert werden. In Mischgebieten ist die Integration von Wohnnutzung oft einfacher, während in reinen Gewerbegebieten Hürden bestehen können.
Neue Impulse durch Förderprogramme
Für noch mehr Schwung sorgt das Förderprogramm „Gewerbe zu Wohnen“, das im Sommer 2026 starten soll. Die Haufe berichtet, dass Eigentümer von Nichtwohngebäuden in der Zukunft zinsverbilligte Darlehen für die Umnutzung erhalten können. Ein interessantes Detail: Für das Programm werden keine Mietobergrenzen festgelegt. Hintergrund ist die stark steigende Leerstandsquote in relevanten Büromärkten, die von 2% im Jahr 2019 auf 5,6% im Jahr 2024 angestiegen ist.
Die Bundesregierung hat im Wirtschaftsansatz für das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität 360 Millionen Euro reserviert, um den Umbau von Gewerbeflächen in Wohnraum zu unterstützen. Dies zeigt: Es wird ernsthaft an der Revitalisierung von Innenstädten gearbeitet und die Schaffung von Wohnraum in begehrten Lagen soll gefördert werden. Diese Umwidmungen können zudem bis zu zwei Drittel CO2 im Vergleich zum Neubau einsparen, was das Projekt auch umweltpolitisch wertvoll macht.
Ein gemeinsames Ziel für München
Mehr als nur ein paar nette Projekte, es geht um die langfristige Sicherung von bezahlbarem Wohnraum. Bärbel Girardin, Fraktionssprecherin der Grünen im Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach, betont die Notwendigkeit, eine bayernweite gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft zu gründen. Sie appelliert an die Politiker, gegen Mietenwucher vorzugehen und den sozialen Wohnungsbau aktiv zu fördern.
Unterstützt werden diese Initiativen auch von Ricky Dörrie, der Mieterbeirätin und Spitzenkandidatin im Bezirk Obergiesing-Fasangarten. Ihr Eintreten für Münchens Mieter*innen wird als unverzichtbar erachtet. Auch die Zusammenarbeit mit städtischen Wohnungsbaugesellschaften ist ein wichtiger Schritt, um faire Mieten sicherzustellen. In Zeiten, in denen die Wohnsituation angespannt ist, wirkt diese Form des Engagements wie ein Lichtblick am Horizont – ein gutes Händchen für die Zukunft Münchens in Sachen Wohnen.