Rätsel um Münchens einstiges Hochhaus: Bleibt es weiterhin leer?
Die Zukunft des leerstehenden Siemens-Hochhauses in München-Sendling steht auf der Kippe: Neue Baupläne werfen Fragen auf.

Rätsel um Münchens einstiges Hochhaus: Bleibt es weiterhin leer?
Das Siemens-Hochhaus an der Baierbrunnerstraße 103 in München-Sendling hat in den letzten Jahren einen traurigen Rekord aufgestellt: seit dem Weggang des Siemens-Konzerns im Jahr 2006 steht es leer. Als einst das höchste Bürogebäude der Stadt mit 75 Metern Höhe und 23 Etagen, ist das Hochhaus nun ein Schatten seiner selbst. Der Stadtrat verabschiedete im März 2023 einen Bebauungsplan, der eine Sanierung und Anbauten vorsah, doch die Pläne sind mittlerweile ins Wanken geraten. Laut Merkur hat der neue Eigentümer, die Schweizer Immobilienfirma Empira, nun andere Ambitionen: Statt Büroräumen plant man den Bau eines Hotels und eines Boardinghauses.
Die neuen Pläne bedeuten allerdings einen erheblichen Abweichungen vom bereits genehmigten Bebauungsplan. Die Stadt München sieht sich nun mit der schwierigen Entscheidung konfrontiert, ob sie diesen Veränderungen zustimmen oder rechtliche Schritte einleiten soll, um die drohende weitere Verwaisung des Gebäudes zu verhindern. Das Hochhaus steht unter Denkmalschutz und ist seit Jahren ihr trauriger Anblick im Stadtbild.
Der aktuelle Stand der Dinge
In den letzten Jahren hat sich am Siemens-Hochhaus nur wenig bewegt. Die taktischen Schritte zur Umwandlung in Büroflächen haben nicht gefruchtet, weshalb die Umwandlung des Hochhauses in Wohnraum ausgeschlossen wurde. Dennoch gibt es bereits Zusagen von Büromietern für die oberen Etagen, wie Abendzeitung berichtete. Doch ein Planungsstopp, verhängt im Jahr 2024, könnte die Entwicklungen weiter verzögern, da Banken eine Vorvermietungsquote von 50 Prozent verlangen.
Interessant ist zudem, dass die geplanten Neubauten — ein Boarding-House mit 174 Zimmern und ein Hotel mit 187 Zimmern — höher gebaut werden sollen als ursprünglich genehmigt. Der nordwestliche Anbau wird sogar von 17 auf 22 Meter und der südliche Anbau von 14 auf 18 Meter erhöht. Dies ruft sowohl bei der Stadtgestaltungskommission als auch bei Architekturexperten Bedenken hervor. Die Proportionen und die Finesse der neuen Gebäude haben bereits zu kritischen Stimmen geführt.
Die Rolle des Denkmalschutzes
Der Denkmalschutz spielt eine entscheidende Rolle in der Zukunft des Siemens-Hochhauses. Solange es unter Denkmalschutz steht, wird es zusätzliche Herausforderungen beim Umbau geben. Das Hochhaus hat eine lange Geschichte: Es wurde 1963 erbaut und war viele Jahre lang ein Symbol für die Innovationskraft von Siemens. Heute ist es jedoch mehr als nur ein leer stehendes Gebäude — es ist ein Denkmal der Industriearchitektur und müsste mit einer gewissen Sensibilität behandelt werden.
Zusammenfassend steht das Siemens-Hochhaus zwischen den Fronten. Auf der einen Seite der Drang nach neuer Nutzung, auf der anderen die historische Bedeutung. Die Stadt hat eine wichtige Entscheidung zu fällen, während die Pläne von Empira auf wackeligen Beinen stehen. Der Fokus auf neue Investitionen ist klar, doch die Höhe sowie die Form der Neubauten stellen eine Herausforderung dar, die Augen und Ohren auf sich zieht — sowohl bei Stadtentwicklern als auch bei Anwohnern.