In Untergiesing tut sich was: Eine Wagenplatzgruppe plant eine spannende Zwischennutzung am Candidplatz in München. Der Bezirksausschuss (BA) hat sich bereits positiv zu dem vorgestellten Konzept geäußert, das darauf abzielt, einen Ort der Begegnung zu schaffen. Hier sollen Wohnraum, Konzerte, Vorlesungen und Workshops stattfinden. Die Diskussionen rund um den Candidplatz drehen sich nicht nur um die Zwischennutzung, sondern auch um die Themen Investorenhochhaus, günstiger Wohnraum und Spielflächen für Kinder und Jugendliche. Der Stadtrat hat bislang eine Entscheidung über die zukünftige Nutzung vertagt, und der Beginn der geplanten Großbaustelle bleibt vorerst ungewiss.
Das Konzept der Wagenplatzgruppe orientiert sich am Stattpark Olga in Berg am Laim, der als Vorbild dient. Die Betreiber sind überzeugt, dass mobiles Wohnen in selbstgebauten Bauwagen und Containern auch in Untergiesing eine praktikable Option darstellt. Die Gegend um den Candidplatz verändert sich durch Neubauprojekte und steigende Mieten, was die Suche nach alternativen Wohnformen umso dringlicher macht. Mitglieder des BA, darunter Ludwig Sporrer und Anais Schuster-Brandis, äußern positive Meinungen zur Zwischennutzung und unterstützen die Initiative.
Ein Vorbild aus Berg am Laim
Der Stattpark Olga ist mehr als nur ein Wohn- und Kultur-Raum; er ist ein Ort, der Mobilität durch Bauwägen und LKWs ermöglicht und damit als Wohnraum dient. Ziel des Projekts ist es, eine Gemeinschaft zu schaffen, die Menschen unterschiedlichster Altersgruppen und Hintergründe vereint. In einer Zeit, in der die Vereinzelung in Großstädten ein immer größeres Problem darstellt, setzt der Stattpark Olga auf Unterstützung im Alltag, beispielsweise bei der Kinderbetreuung. Hier wird auch ein bewusster Umgang mit Ressourcen großgeschrieben: Solarstrom und Regenwasser sind Teil des Konzepts.
Die Idee, Brachflächen zu beleben, hat bereits Früchte getragen: Ein Garten mit Blumen und Gemüse wurde angelegt, und das Programm umfasst vielfältige Veranstaltungen für ein breites Publikum. Diese finden auf Spendenbasis statt und bieten eine offene Bühne für Talente und Künstler. Der Stattpark Olga hat im Winter 2023 die Brache an der Heinrich-Wieland-Straße 90 am Ostpark / Michaelibad bezogen und kann dort in den kommenden fünf Jahren bleiben.
Veränderungen im Wohnverhalten
Der Trend, das Leben in ländliche Räume zu verlagern, ist kein neues Phänomen, hat jedoch in den letzten Jahren an Fahrt aufgenommen. Hohe Mieten und der Druck auf den Wohnungsmarkt in Großstädten treiben viele Menschen dazu, alternative Wohnformen und Standorte zu erwägen. Doch was bedeutet das für die Zukunft unserer Städte? Die Zunahme der Binnenwanderung in ländliche Regionen ist ein vielschichtiges Phänomen, das sowohl Push- als auch Pull-Faktoren umfasst. Während die Dichte in den Städten steigt, bieten ländliche Gebiete nicht nur geringere Wohnkosten, sondern auch mehr Freiraum und technische Möglichkeiten wie Breitband und Homeoffice.
Die Notwendigkeit einer gründlichen Analyse dieser Trends ist offensichtlich, denn es bleibt abzuwarten, ob dieser Trend nachhaltig ist und welche Regionen tatsächlich von den Wanderungsgewinnen profitieren. Umso wichtiger ist es, dass alternative Wohnprojekte wie die Zwischennutzung am Candidplatz und der Stattpark Olga nicht nur als kurzfristige Lösungen, sondern als Teil einer umfassenderen Diskussion über zukünftige Lebensformen in unseren Städten betrachtet werden.
Für mehr Informationen über die Zwischennutzung am Candidplatz und die Wagenplatzgruppe, besuchen Sie bitte die TZ-Website. Wenn Sie mehr über den Stattpark Olga erfahren möchten, sehen Sie sich die Details auf der OLGA-Webseite an.