Obergiesing, ein Stadtbezirk Münchens, liegt auf der östlichen Isarhochterrasse und ist Teil der ehemaligen Gemeinde Giesing, die 1854 in das Stadtgebiet eingegliedert wurde. Der Bezirk, der 1936 in die Stadtbezirke Obergiesing und Untergiesing – Harlaching aufgeteilt wurde, erstreckt sich als schmaler Streifen zwischen dem Mittleren Ring und der S-Bahn-Linie S 3 nach Holzkirchen. Obergiesing umfasst Alt-Giesing, der sich im Innenstadtrandbereich befindet, sowie Fasangarten, der den südöstlichen Stadtrand bildet.

Die Siedlungsstruktur in Obergiesing ist uneinheitlich, mit einer Mischung aus Einfamilienhäusern, Kleinsiedlungsquartieren, aufgelockertem Geschosswohnungsbau und verdichteter Blockbebauung. Besonders bemerkenswert ist, dass etwa 75% des Wohnungsbestandes nach 1948 erbaut wurden, was die Nachkriegszeit widerspiegelt. In Alt-Giesing um die Hl.-Kreuz-Kirche, einer neugotischen Hallenkirche von 1886, sind historische Vorstadtmilieus erhalten geblieben. Trotz der Nähe zur Innenstadt sind die Grünflächen in Obergiesing begrenzt; abgesehen vom Ostfriedhof, dem Friedhof am Perlacher Forst und einem Freizeitpark gibt es wenig Grün.

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Neubauten und Entwicklungen in Obergiesing

Industrie und Gewerbe konzentrieren sich im Bezirk zwischen der Perlacher Straße und der Tegernseer Landstraße sowie im Bereich des Giesinger Bahnhofs. Ein bedeutendes Projekt ist das neue Wohn-, Büro- und Gewerbequartier auf dem ehemaligen Agfa-Gelände, das rund 1.200 Arbeitsplätze und etwa 1.000 Wohneinheiten schaffen wird. Dieses Quartier wird Nahversorgungs- und Sozialeinrichtungen sowie einen öffentlichen Park umfassen, während ein Gewerberiegel an der Tegernseer Landstraße Schutz für das Areal bietet. Zudem ist die Entwicklung eines Wohngebiets auf dem Gelände der ehemaligen McGraw-Kaserne geplant, die über den McGraw-Graben, einen vierspurigen Zubringer zur A 995 und zur Autobahn München-Salzburg, gut erreichbar ist.

Die Sozialstruktur in Obergiesing hat sich im Laufe der Jahre nivelliert, was dem Trend ähnelt, der in vielen ehemaligen Arbeiter- und Handwerkervierteln zu beobachten ist. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Sanierung des historischen Gebäudekomplexes St. Martin in Giesing, die für 112 Millionen Euro durchgeführt wurde. Dieses über 130 Jahre alte Ensemble, das ursprünglich als „Armenversorgungsanstalt“ errichtet wurde und unter Denkmalschutz steht, wurde in einer dreijährigen Bauzeit generalsaniert. Dabei wurden moderne Standards, einschließlich energetischer Optimierung und verbesserter Barrierefreiheit, realisiert.

Das Gebäude beherbergte zuvor verschiedene Nutzungen, darunter Büros der Stadtverwaltung, Kindertagesstätten und Räume der Münchener Volkshochschule. Die Sanierung schafft zusätzliche Nutzflächen von rund 2.700 Quadratmetern und ermöglicht eine interkulturelle Begegnungsfläche im neu gestalteten Lichthof. Auch die Kapelle wird künftig als Veranstaltungsort genutzt, ausgestattet mit Bühnentechnik und Soundanlage. Im Dachgeschoss sind zudem 33 Wohnungen mit Schlafgalerien entstanden, die für neu ankommende Altenpfleger reserviert sind. Die ersten Gebäudeteile wurden bereits Ende des vergangenen Jahres übergeben, während der Einzug weiterer Nutzer ab Frühjahr 2026 erfolgt. Leider liegt die Stadt München ein Dreivierteljahr hinter dem ursprünglichen Zeitplan für diese Sanierung.

Die Entwicklungen in Obergiesing zeigen, dass der Bezirk sich nicht nur historisch, sondern auch modern weiterentwickelt. Es bleibt spannend, wie sich die sozialen Strukturen und die Infrastruktur in den kommenden Jahren gestalten werden. Weitere Informationen über Obergiesing finden Sie auf der offiziellen Seite der Stadt München unter stadt.muenchen.de und detaillierte Einblicke in die Sanierung des St. Martin-Komplexes bietet die tz.de.