In München, genauer gesagt im Stadtteil Nymphenburg, steht die Dom-Pedro-Grundschule vor einer größeren Herausforderung. Bis 2030 muss die Schule saniert werden, was bedeutet, dass die Schüler von Sommer 2027 bis Mitte 2030 in die Rudolf-Diesel-Realschule umziehen müssen. Diese plötzliche Veränderung hat bei vielen Eltern Besorgnis ausgelöst, insbesondere in Bezug auf den Schulweg ihrer Kinder.

Die Eltern befürchten, dass der Weg zur neuen Schule gefährlich wird, vor allem beim Überqueren des Rotkreuzplatzes. Der Schulweg wird länger und führt durch unübersichtliche Fahrspuren mit regem Bus- und Tramverkehr sowie vielen Fußgängern. Das Mobilitätsreferat (MOR) hat zwar bei einem Ortstermin keine objektive Gefährlichkeit der Schulwege festgestellt, erkennt jedoch die Bedenken der Eltern an. Um Lösungen zu erarbeiten, plant das MOR ein Arbeitstreffen mit der Arbeitsgemeinschaft „Sichere Verkehrswege Kita/Schule“ im ersten Halbjahr 2026.

Vorschläge zur Verbesserung der Sicherheit

In den Gesprächen werden verschiedene Vorschläge diskutiert, darunter gemeinschaftliche Laufgruppen, neue Standorte für Schulweghelfer und innovative Schulbuskonzepte. Die Grundschule hat bereits einen Antrag auf Einrichtung einer Schulbusverbindung zur Schulstraße 3 für die Schuljahre 2027 bis 2030 gestellt. Der Bezirksausschuss (BA) unterstützt diesen Vorschlag, der nun vom Referat für Bildung und Sport (RBS) und dem MOR geprüft wird. Sollte eine besondere Gefährdung des Schulwegs festgestellt werden, könnte dies sogar die Grundlage für eine kostenlose Schulwegbeförderung schaffen.

BA-Chefin Leonie Lobinger hebt die Bedeutung hervor, dass Grundschüler ihren Schulweg selbstständig meistern können. Dies ist nicht nur für die Sicherheit wichtig, sondern auch für die persönliche Entwicklung der Kinder.

Ein Blick in die Geschichte der Dom-Pedro-Schule

Die Dom-Pedro-Grundschule hat eine lange Geschichte, die bis ins Jahr 1898 zurückreicht, als der Bau nach den Plänen von Baurat Hans Grässel begann. Im April 1900 wurde das Gebäude fertiggestellt. In den Jahren 2001 bis 2005 fand eine Generalsanierung und ein Umbau statt, der unter anderem die Aula im Erdgeschoss und eine moderne Küche für die Mittagsbetreuung umfasste. Zum Schuljahr 2013/2014 besuchten 435 Kinder in 18 Klassen die Schule.

Das Bauwerk zeichnet sich durch seine robuste Bauweise aus, die bis auf den Dachstuhl aus unverbrennlichen Materialien besteht. Die Kellermauern sind aus Kiesbeton, während die Obergeschosse aus verputztem Backsteinmauerwerk gefertigt sind. Die Baukosten beliefen sich auf 590.000 Mark und umfassten auch Hofeinfriedungen und Inneneinrichtungen. Weitere Informationen zur Schule sind auf ihrer offiziellen Website zu finden.

Sicher zur Schule – ein wichtiges Thema

Die Diskussion über die Sicherheit auf Schulwegen ist nicht neu. Im Jahr 2023 wurden laut Deutscher Gesetzlicher Unfallversicherung (DGUV) rund 92.000 Schulwegunfälle gemeldet. Daher sind Kommunen, Schulen, Polizei und Eltern gefordert, den Schulweg für Kinder sicherer zu gestalten. Erfolgreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Schulwegsicherheit sind beispielsweise der „Walking Bus“, der „BiciBus“, temporär gesperrte Schulstraßen und Schulzonen.

Ein Webseminar wird angeboten, um Möglichkeiten zur Verbesserung der Schulwegsicherheit zu diskutieren und Praxisbeispiele vorzustellen. Zielgruppe sind Führungs- und Fachpersonal aus Stadt- und Verkehrsplanung, Schulämtern, Polizei und Schulen sowie Ratsmitglieder. Detaillierte Informationen und Anmeldemöglichkeiten sind auf der Website des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu) zu finden. Die Sicherheit unserer Kinder sollte uns alle am Herzen liegen, und gemeinsam können wir dafür sorgen, dass sie sicher zur Schule kommen.

Für weiterführende Informationen zu den aktuellen Entwicklungen rund um die Dom-Pedro-Grundschule und die Sicherheitsmaßnahmen auf Schulwegen in München empfehlen wir den Artikel in der tz.