Kampf um Fußballplatz: FT Gern kündigt Mädchenprojekt bedroht!
Konflikt in Neuhausen: FT Gern kündigt Platz für das soziale Fußballprojekt „Mädchen an den Ball“. Sitzung des BA am 18.11.2025.

Kampf um Fußballplatz: FT Gern kündigt Mädchenprojekt bedroht!
In München bahnt sich ein spannungsgeladener Konflikt an, der das beliebte Projekt „Mädchen an den Ball“ betrifft. Die FT Gern hat überraschend den Mietvertrag für das seit 2007 bestehende Fußballtraining für Mädchen gekündigt. Dies könnte weitreichende Auswirkungen auf die jungen Teilnehmerinnen haben, die bereits ab sechs Jahren bei diesem kostenlosen Angebot willkommen geheißen werden. Der Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg wird am 18. November 2025 in einer Sitzung über diese Situation beraten, die das Fortbestehen der Initiative ernsthaft gefährden könnte. Hallo München berichtet, dass die Initiative mittlerweile an 16 Standorten in München und sieben weiteren Städten in Deutschland Unterricht bietet.
Der Präsident der FT Gern, Michael Franke, erklärt, dass der Platzmangel insbesondere im Winter ein Hauptgrund für die Kündigung des Kooperationsvertrages sei. Mit bis zu 30 Teams, die sich einen Kunstrasenplatz teilen, gestalten sich die Trainingsbedingungen für die Mädchen zunehmend schwierig. Franke betont dabei, dass die Entscheidung zur Beendigung der Zusammenarbeit keine außergewöhnliche Maßnahme war und verweist auf einen alternativen Standort beim SC Amicitia.
Überraschung bei den Trägern des Projekts
Die gemeinnützige Bildungs- und Kulturgesellschaft Biku, Träger des Projekts, zeigt sich über die Kündigung verwundert und berichtet von einem bislang harmonischen Miteinander. Biku hofft dennoch, dass das Training für die Mädchen weiterhin mittwochs von 15 bis 17 Uhr stattfinden kann. Frankeverweist darauf, dass es bereits ein Gespräch mit Biku im Sommer 2024 gab, das jedoch zu keinem Ergebnis führte.
Das Projekt wird nicht nur regional geschätzt, sondern ist Teil eines größeren Trends im Fußballsport. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) verfolgt mit seiner „Strategie Frauen im Fußball FF27“ das Ziel, den weiblichen Fußball zu fördern und strukturelle Veränderungen zu bewirken. Ein zentrales Anliegen besteht darin, die Anzahl aktiver Spielerinnen, Trainerinnen und Schiedsrichterinnen um 25 Prozent zu erhöhen. Zudem setzt sich die Strategie dafür ein, mehr Frauen in verantwortungsvolle Positionen zu bringen und die öffentliche Wahrnehmung des Frauenfußballs deutlich zu steigern. Der DFB möchte damit nicht nur die Leistungssportstrukturen stärken, sondern auch Mädchen und Frauen von frühester Kindheit an ein attraktives Sportangebot bieten.
Der kulturelle Stellenwert des Mädchens im Sport
Das Wort „Mädchen“ selbst hat eine interessante Geschichte. Es stammt von „magedichīn“ im Mittelhochdeutschen und hat sich über die Zeit zu dem Begriff entwickelt, den wir heute verwenden. Mädchen bezeichnet in erster Linie junge Frauen bis zum Alter von 30 Jahren, die oft als „Mädel“ umgangssprachlich genannt werden. Das Wiktionary verdeutlicht, wie der Begriff nicht nur sprachlich, sondern auch gesellschaftlich einen besonderen Platz einnimmt.
Der bevorstehende Termin im Bezirksausschuss könnte für viele Mädchen in der Region von großer Bedeutung sein. Am 18. November 2025 wird sich zeigen, ob es eine Lösung für die Platzproblematik gibt und ob das beliebte Fußballtraining für die jungen Sportlerinnen weiterhin angeboten werden kann.