Heute ist der 27.02.2026 und wir werfen einen Blick auf die aktuellen Baumfällungen im Schlosspark Nymphenburg und Hartmannshofer Park in Neuhausen, München. Diese Maßnahmen haben in der Öffentlichkeit für Verwunderung gesorgt. Seit Mitte Januar wurden insgesamt 445 Bäume gefällt, davon etwa 380 im Schlosspark. Die Fällungen erfolgen vor dem Verbot ab März, um Vögel während der Brutzeit zu schützen. In beiden Parks stehen über 30.000 Bäume, und die Stadtverwaltung hat die Fällungen als notwendig erachtet, um Besucher, andere Bäume und die Biodiversität zu schützen.
Besonders betroffen sind die Eschen: Rund 250 von ihnen leiden unter dem Eschentriebsterben, einem durch den Pilz Falsches Weiße Stängelbecherchen verursachten Gesundheitsproblem. Dieser Pilz, der seit 2010 bekannt ist, infiziert die Blätter der Eschen und führt zu einem Absterben der Triebe, was sich in olivbraunen bis orangefarbenen Verfärbungen und lichten Baumkronen äußert. Der Verlust von Eschen hat nicht nur ökologische, sondern auch wirtschaftliche Folgen, da gesunde Eschen wichtige Kohlenstoffsenken darstellen und Lebensraum für viele Arten bieten.
Notwendigkeit der Fällungen
Von den gefällten Bäumen waren etwa 100 Linden stark von Misteln befallen und gefährdet abzusterben. Darüber hinaus mussten rund 70 Bäume aus Gründen der Verkehrssicherheit gefällt werden. Knapp 30 der gefällten Bäume waren weder krank noch sicherheitsrelevant; diese jüngeren Pflanzen wurden entfernt, um wertvolle Altbäume zu erhalten. Die Fällungen wurden nach artenschutzrechtlichen Vorgaben durchgeführt, wobei eine Überprüfung auf Tierbewohnerschaft stattfand. Die Fällarbeiten sind nach Plan abgeschlossen, und die Stadt hat bereits 12 gezielte Nachpflanzungen in den Lücken durchgeführt, mit weiteren 8, die im Frühjahr folgen sollen.
Die Notwendigkeit, die Eschen zu retten, wird auch durch die Handlungsempfehlungen eines bundesweiten Forschungsverbunds unterstützt. Zu den empfohlenen Maßnahmen zählen die Förderung der Eschennaturverjüngung, die Erhaltung vitaler Eschen zur Sicherung genetischer Vielfalt sowie die Bewahrung vorhandener Alteschen zur Erhaltung ihres Samenpotenzials. Dies wird durch das Projekt FraxForFuture unterstützt, das 2020 ins Leben gerufen wurde und vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sowie vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUV) gefördert wird.
Ein Blick in die Zukunft
Die Baumfällungen im Schlosspark Nymphenburg und Hartmannshofer Park werfen ein Licht auf die Herausforderungen, die die städtische Forstwirtschaft angesichts des Eschentriebsterbens mit sich bringt. Wissenschaftler und Forstexperten arbeiten kontinuierlich an der Entwicklung von Strategien zur aktiven Erhaltung der Esche. Dies schließt auch die Bewertung von Risiken und möglichen Ersatzbaumarten ein. In der Broschüre „Zukunft der Esche – Empfehlungen zum forstbetrieblichen Umgang mit dem Eschentriebsterben“, die in Zusammenarbeit mit mehreren Institutionen erstellt wurde, werden weitere wichtige Informationen bereitgestellt, um die Zukunft der Esche zu sichern.
Für die Münchener Parks bleibt es entscheidend, dass sowohl die Biodiversität als auch die Verkehrssicherheit gewahrt werden, während gleichzeitig die natürlichen Ressourcen und die ökologische Vielfalt gefördert werden. Die Maßnahmen zur Baumfällung und Nachpflanzung sind ein Schritt in die richtige Richtung, um auch in Zukunft lebendige und gesunde Grünflächen in der Stadt zu erhalten. Weitere Details zu den Fällungen und den Schutzmaßnahmen finden Sie in diesem Artikel der Süddeutschen Zeitung.
Zusätzlich können Sie sich auch über die Hintergründe und die Dringlichkeit der Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Eschentriebsterben informieren, indem Sie den Artikel der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe lesen.