Am Rotkreuzplatz in München steht das beliebte Kaufhaus von Galeria vor ungewissen Zeiten. Die Filiale könnte bald schließen und das gesamte Gebäude einem Abriss zum Opfer fallen. Hintergrund sind die von Galeria geplanten Verhandlungen über die Mietverträge von insgesamt acht Filialen in Deutschland, zu denen auch die Münchener Niederlassung zählt. Falls mit den Vermietern keine Einigung erzielt werden kann, könnten die Filialen geschlossen werden, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet.

Die Situation ist angespannt, denn Galeria muss aufgrund der schwierigen Marktlage im Einzelhandel Lösungen finden. Philipp Kretzer, Chief Sales Officer, hebt die Herausforderungen hervor und betont den Kampf um den Erhalt der Filialen. „Wir brauchen ein wirtschaftlich tragfähiges Modell“, so Kretzer. In der Vergangenheit hat man zwar Vermieter zu Nachlässen bewegen können, doch angespannte Mietverhältnisse machen die Situation prekär. Gleich mehrere große Städte sind betroffen, darunter neben München auch Berlin und Köln, deren Filialen ebenfalls auf der Kippe stehen. Insgesamt sind 83 Galeria-Filialen gefährdet, insbesondere wenn das Verhältnis von Umsatz zu Mietkosten nicht stimmt, ergänzt die Neue Westfälische.

Umbaupläne für den Standort

Der Grundstückseigentümer plant zudem, das Areal rund um das Kaufhaus umzugestalten. Am Donnersbergerstraße 3/Pötschnerstraße 5 in Neuhausen-Nymphenburg soll das bestehende Warenhausgebäude erhalten und ertüchtigt werden. Der Abriss des Obergeschosses ist vorgesehen, um Platz für einen höher errichteten Neubau zu schaffen. Geplant ist auch ein Wohnhaus auf dem bisherigen Ladehof sowie ein kleines Hochhaus mit Büros und Hotel, das direkt zum Rotkreuzplatz hin entstehen soll. Die Genehmigungsfähigkeit des Bauvorhabens wird derzeit von der Lokalbaukommission geprüft, während die Stadtgestaltungskommission ihre Einschätzung zur Integration des Hochhauses in die Umgebung abgibt, so die Süddeutsche Zeitung.

Die OFB Projektentwicklung, Tochtergesellschaft der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), ist seit 2024 Eigentümer des Grundstücks und plant eine stärkere Bebauung zur Erhöhung des Ertrags. Momentan liegen drei Planungsvarianten für das Hochhaus vor, dessen Höhe zwischen 30,5 und 36,7 Metern schwankt. Wann die Realisierung des Bauvorhabens starten könnte, bleibt jedoch unklar.

Marktentwicklung und Prognosen

Die Situation im Einzelhandel insgesamt zeigt sowohl Licht als auch Schatten. Der Flächenumsatz für Einzelhandelsflächen stieg im vergangenen Jahr um 8,6 Prozent, und die Nachfrage nach innerstädtischen Lagen bleibt hoch, so die aktuelle Analyse von JLL. Doch Prognosen für 2026 deuten auf bevorstehende Korrekturen in Märkten wie Berlin und Nürnberg hin. Während die Spitzenmieten in Metropolen wie Düsseldorf und Frankfurt steigen, bleibt München jedoch ein stabiler Markt mit den niedrigsten Spitzenrenditen in Deutschland.

Auf die Münchener Filiale am Rotkreuzplatz warten nun herausfordernde Monate, in denen der Kampf um den Erhalt des Kaufhauses weitergeht. Die kommenden Verhandlungen und die Entwicklungen rund um die Umbaupläne werden entscheidend dafür sein, ob die Filiale ihre Türen auch weiterhin öffnen kann.