In Moosach tut sich was! Nach dem jüngsten Beschluss des Stadtrats wird die Stadtsanierung in vollem Gange fortgesetzt. Stadtbaurätin Elisabeth Merk setzt sich trotz der angespannten Haushaltslage für eine städtebauliche Aufwertung ein. Und das mit Erfolg: 60% der Sanierungskosten werden durch Städtebaufördermittel des Bundes und des Freistaats Bayern refinanziert. Für die Stadt München bedeutet das, dass sie für jeden investierten Euro nur 40 Cent selbst aufbringen muss. Ein Rückzug von diesem Projekt würde der Stadt jedoch rund 48 Millionen Euro an Fördergeldern entgehen lassen – ein Verlust, den man sich nicht leisten kann.
Im Rahmen eines eigenen Stadtratsbeschlusses wird die Finanzierung des zweiten Abschnitts der Sanierung gesichert, auch wenn das Projektvolumen aufgrund der Haushaltssituation um 30% gekürzt werden musste. Der Moosacher CSU-Stadtrat Alexander Reissl sieht die Planung positiv, weist jedoch auf unklare Formulierungen hin, die möglicherweise zu Missverständnissen führen könnten. Die geplanten Vorhaben umfassen die Sanierung und Aufstockung der Wohnsiedlung westlich der Dachauer Straße sowie die Erweiterung des Kulturbürgerhauses am Moosacher St.-Martins-Platz um einen großen Saal. Zudem wird ein Wohnheim für Auszubildende am St.-Martins-Platz geschaffen, was den Platz zum gesellschaftlichen Dreh- und Angelpunkt der Nachbarschaft machen soll.
Der St.-Martins-Platz im Fokus
Die Optimierung der Freiflächen ist ein wesentlicher Bestandteil des Plans. Feste wie das Maibaumfest und der Weihnachtsmarkt sollen auch in Zukunft auf dem St.-Martins-Platz stattfinden. Ein städtebaulicher Wettbewerb zur Neuordnung des Platzes wurde bereits gewonnen von der Helsinki Zürich Office GmbH und dem Züricher Böe Studio GmbH. Ziel ist es, ein Quartier an der Dachauer Straße zu schaffen, das als „Siedlung mit Vorbildcharakter“ dient und Platz für 800 zusätzliche Wohnungen durch Nachverdichtung und Sanierung bietet.
Die Nutzung alter Garagenhöfe für Neubauten, sowie die Verbesserung der Grünflächen im Rahmen der Nachverdichtung, stehen ebenfalls auf der Agenda. Der soziale Aspekt der Planung wird von Sibylle Stöhr von den Grünen besonders betont. Sanierungsansätze für viele Gebäude aus den Vierziger- bis Sechzigerjahren sind vorhanden, und die Ziele sind klar: Ein lebendiges Zentrum zu schaffen, das Wohnquartier östlich der Feldmochinger Straße auszubauen und den Westfriedhof nutzbar zu machen.
Ein Blick in die Zukunft
Als nächsten Schritt steht die Verschönerung des Karl-Lipp-Parks an, während ein Zukunftskonzept für den Westfriedhof die Erholungsfunktion stärken und das Radfahren ermöglichen soll. Überdimensionierte Verkehrsflächen sollen minimiert werden, um Begegnungsorte zu schaffen, an denen sich die Menschen wohlfühlen können.
Die Städtebauförderung des Bundes spielt seit über 50 Jahren eine zentrale Rolle in der nachhaltigen Stadtentwicklung. Mit einem Budget von 1 Milliarde Euro im Bundeshaushalt 2026 zielt sie darauf ab, städtebauliche Missstände zu beseitigen und Wirtschafts- sowie Wohnstandorte zu stärken. Die Fördermittel sind für lebendige Zentren, sozialen Zusammenhalt und nachhaltige Erneuerung vorgesehen. Dabei sind Klimaschutzmaßnahmen seit 2020 in allen Programmen eine Fördervoraussetzung.
Es bleibt spannend in Moosach: Die Stadt steht vor großen Veränderungen, die sowohl die Lebensqualität der Bewohner steigern als auch die Attraktivität des Stadtteils erhöhen sollen. Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich die Pläne konkretisieren und wie die Bürgerinnen und Bürger von diesen Entwicklungen profitieren können.