Heute ist der 27.02.2026 und die Münchner haben es nicht leicht. Ein Streik im öffentlichen Nahverkehr sorgt dafür, dass viele Menschen in der Stadt Schwierigkeiten haben, ihre Ziele zu erreichen. Ausgerufen von der Gewerkschaft Verdi, begann der Streik heute früh um 3.30 Uhr und wird voraussichtlich bis in die Nacht auf Sonntag andauern. Betroffen sind nicht nur die U-Bahnen und Straßenbahnen der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), sondern auch der Busverkehr, der stark eingeschränkt ist. Die S-Bahn und Regionalzüge verkehren hingegen planmäßig und sind nicht vom Streik betroffen [1].
Die U-Bahnen fahren nur in sehr eingeschränktem Umfang. So ist etwa die Linie U3 zwischen Olympiazentrum und Fürstenried West im Zehn-Minuten-Takt unterwegs, während die U6 zwischen Fröttmaning und Klinikum Großhadern ebenfalls alle zehn Minuten verkehrt. Die Busse sind nur zu etwa 50 Prozent im Einsatz, und die Fahrten erfolgen in größeren Abständen, oft alle 20 bis 30 Minuten. Auf anderen Linien kann es sogar zu Wartezeiten von bis zu 40 Minuten kommen. MVG warnt zudem vor überfüllten Fahrzeugen und rät den Fahrgästen, alternative Verkehrsmittel zu nutzen oder Fahrgemeinschaften zu bilden [2].
Alternativen zum Nahverkehr
Für all jene, die auf alternative Fortbewegungsmittel angewiesen sind, gibt es in München zahlreiche Optionen. Die Leihfahrräder der Deutschen Bahn stehen an über 270 Stationen bereit, mit mehr als 1.000 verfügbaren Fahrrädern. Die Tarife für das Call a Bike sind ebenfalls günstig: Eine Aktivierungsgebühr von nur 1 Euro und 1 Euro pro 15 Minuten, maximal jedoch 12 Euro pro Tag. Wer es lieber elektrisch mag, kann Dott E-Bikes und E-Scooter nutzen, deren Preise in der App einsehbar sind. Auch Emmy Elektroroller stehen zur Verfügung, mit einer Anmeldegebühr von 4,95 Euro und 1 Euro Freischaltung, sowie 36 Cent pro Minute [2].
Für die Münchner, die auf die S-Bahn oder Regionalzüge angewiesen sind, gibt es einige positive Nachrichten. Bestimmte Regionalzüge halten in München, darunter die RB 55/56/57 aus dem Oberland und die RB 58 aus Rosenheim, die an mehreren Stationen, einschließlich des Hauptbahnhofs, halten. Auch die Linien RE 5 und RB 58 zwischen Grafing, Ostbahnhof und Hauptbahnhof sind verfügbar, ebenso wie die RB 40 zwischen Markt Schwaben und dem Hauptbahnhof. Die S-Bahn München hat ihren Betrieb aufrechterhalten und ist somit eine verlässliche Option für Pendler [1].
Hintergründe des Streiks
Der Streik betrifft insgesamt 13 bayerische Städte, nicht nur München, und ist Teil einer größeren Tarifrunde, in der die Gewerkschaft Verdi bessere Arbeitsbedingungen für rund 9000 Mitarbeitende im öffentlichen Nahverkehr fordert. Dazu zählen eine Lohnsteigerung von 668,75 Euro pro Monat, eine 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich und höhere Zuschläge für Wochenendschichten. Die Arbeitgeberseite hat die Forderungen als „realitätsfern“ bezeichnet und verweist auf finanzielle Engpässe der Kommunen. Ein Angebot des Kommunalen Arbeitgeberverbands sieht eine Erhöhung der Tarifgehälter um fünf Prozent in zwei Schritten vor, jedoch bleibt eine Einigung bislang aus [3].
In einem größeren Kontext sind die Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr nicht nur auf München beschränkt. In fast allen Bundesländern Deutschlands werden ähnliche Aktionen durchgeführt, um Druck auf die Arbeitgeber in der Tarifrunde auszuüben. In Städten wie Berlin, Hamburg und Frankfurt stehen die Nahverkehrssysteme ebenfalls still. Die Verhandlungen gestalten sich regional unterschiedlich, und ein Ende der Tarifrunde ist derzeit nicht in Sicht [3].