Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) hat Großes vor: Ab Mitte Mai 2026 starten umfassende Sanierungsarbeiten an den U-Bahnlinien U3 und U6. Wie mein-muenchen.net berichtet, werden die Arbeiten am 18. Mai beginnen und sind in drei Phasen bis zum 1. August 2027 angelegt. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Infrastruktur zu modernisieren und sowohl Sicherheit als auch Komfort für die Fahrgäste zu erhöhen.
Besonders brisant ist die Dringlichkeit der Sanierung: An der Poccistraße, einer der Hauptstationen, gibt es bereits seit Jahren Überwachungen der Statik mit speziellen Sensoren. Dies berichtet die Abendzeitung. Korrosion des Spannbetons und Risse an Spanndrähten wurden festgestellt, und mit dem Vergleich zur Carolabrücke in Dresden, die 2024 einstürzte, wird die Dringlichkeit der Maßnahmen besonders deutlich. Deshalb hat die MVG bereits sieben massive Stahlträger eingebaut, die für die neue Stabilität sorgen sollen. Weitere Verbesserungen umfassen den Brandschutz, die Schadstoffbeseitigung und die Installation neuer Sichtbetondecken.
Phasen der Sanierungsarbeiten
In der ersten Phase, die vom 18. Mai bis zum 18. September 2026 dauert, wird der Abschnitt zwischen Sendlinger Tor und Implerstraße komplett gesperrt. In dieser Zeit sind keine U-Bahn-Fahrten möglich, stattdessen werden spezielle Ersatzbuslinien bereitgestellt:
- Ersatzbus für die U6 von Implerstraße über Poccistraße und Goetheplatz bis Sendlinger Tor.
- Ersatzbus X6 von Implerstraße über Poccistraße und Goetheplatz bis Hauptbahnhof.
Die zweite Phase geht vom 5. Oktober bis 27. November 2026 und sieht eine eingleisige Befahrung zwischen Implerstraße und Goetheplatz mit einem Pendelzug vor. Hier fahren die U3 und U6 nördlich und südlich des eingleisigen Abschnitts regulär, während die U6 auch zwischen Sendlinger Tor und Goetheplatz verkehrt. Schließlich wird in der dritten Phase, die am 12. April 2027 beginnt, der Abschnitt zwischen Sendlinger Tor und Implerstraße erneut komplett gesperrt. Auch hier sind Ersatzbusse wie in der ersten Phase im Einsatz.
Fahrpläne und Kosten
Was die Fahrpläne betrifft, so wird die U3 im 10-Minuten-Takt von Moosach bis Sendlinger Tor und im 8-Minuten-Takt von Fürstenried West bis Implerstraße verkehren. Die U6 hingegen fährt ebenfalls im 10-Minuten-Takt und hat zur Hauptverkehrszeit einen 5-Minuten-Takt. Um die zahlreichen Fahrgäste gut betreuen zu können, sind insgesamt 27 Busse und 60 Fahrer im Einsatz. Die Gesamtinvestitionen für die Sanierungsmaßnahmen belaufen sich auf rund 62 Millionen Euro, wobei die Stadt München 23,5 Millionen Euro und zusätzlich 9,3 Millionen Euro aus Stellplatzablösen trägt. Die Restkosten werden von Stadtwerken und der MVG übernommen. Die Deutsche Bahn saniert parallel die Brücke über die Lindwurmstraße, was zusätzliche Absprachen erfordert.
Ein gutes Händchen zeigt die MVG nicht nur in der Planung, sondern auch in der Umsetzung: Nach Abschluss der Arbeiten sollen für fünf Jahre keine weiteren Baumaßnahmen südlich des Sendlinger Tors stattfinden. Das gibt den Münchnern Hoffnung auf eine ruhige Zeit ohne ständige Baustellen.




