Das Gesundheitsreferat München hat in den letzten Jahren ein umfassendes Konzept zur Verbesserung des Hitzeschutzes für vulnerable Bevölkerungsgruppen entwickelt. Besonders ältere Menschen, Kleinkinder, Schwangere und Personen mit Vorerkrankungen stehen im Fokus dieser Maßnahmen. Der Bericht über die Hitzeschutzaktivitäten wurde jüngst dem Gesundheitsausschuss des Stadtrats vorgelegt und unterstreicht die Verantwortung der Stadt, die Bürger über Hitzeereignisse und entsprechende Hilfsmaßnahmen zu informieren. So wurde ein Hitzewarnsystem eingerichtet, das Einrichtungen mit vulnerablen Klienten über extreme Wärmebelastungen informiert. Zudem gibt es ein Onlineangebot, das eine interaktive Karte kühler Orte bereitstellt, die um Kultureinrichtungen erweitert wurde.

Dr. Susanne Herrmann, die stellvertretende Gesundheitsreferentin, betont die Bedeutung des Schutzes vor den gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels. In der vergangenen Saison wurde die Informationsarbeit nicht nur ausgeweitet, sondern auch durch Kooperationen mit Alten- und Servicezentren sowie der Münchner Volkshochschule unterstützt. Für die Modellregion Moosach wurde ein Hitzeleitfaden erstellt, der Fachkräften als wertvolle Ressource dient. Auch Schulungen für Multiplikatoren fanden in Moosach statt, um das Bewusstsein für Hitzeschutz zu schärfen. Mehr Infos dazu gibt’s hier.

Der Klimawandel und seine Folgen

Die Auswirkungen des Klimawandels sind auch in München spürbar, denn die Temperaturen steigen und die Zahl der Hitzetage über 30 Grad nimmt zu. Im Jahr 2024 wurden in Deutschland bereits 26 heiße Tage gezählt, und Prognosen zeigen, dass es im Jahr 2025 sogar 19 heiße Tage geben wird. Der heißeste Tag im Jahr 2025 wird voraussichtlich der 2. Juli sein, an dem Temperaturen von bis zu 34,3 Grad Celsius zu erwarten sind. Die Hitzewellen, die in den Sommermonaten auftreten, stellen insbesondere für gesunde Menschen eine Herausforderung dar, während ältere Menschen, Kinder und Schwangere besonders gefährdet sind.

Um diesem Problem entgegenzuwirken, hat das Münchener Gesundheitsreferat 2024 die Hitzeschutzmaßnahmen unter dem Motto „München bleibt cool“ ausgeweitet. Aktuell gibt es in München bereits 70 öffentliche Trinkbrunnen, und die interaktive Karte kühler Orte umfasst neben Einkaufszentren auch Badeseen, Freibäder und Kirchen. Die Nutzung dieser Karte hat in der Vergangenheit stark zugenommen, mit über 3300 Klicks in einer Woche Ende Juni/Anfang Juli 2025. Hier lesen Sie mehr dazu.

Gesundheitliche Auswirkungen

Die gesundheitlichen Auswirkungen von Hitzeextremen sind nicht zu unterschätzen. Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) wird in den kommenden Jahrzehnten eine Zunahme von Hitzetagen erwartet, die vor allem vulnerable Gruppen wie ältere Menschen, Schwangere, Kinder und Personen mit chronischen Vorerkrankungen betreffen. Daher ist ein effektiver und präventiver Hitzeschutz unerlässlich. Das RKI führt bereits seit Jahren Studien zur hitzebedingten Übersterblichkeit durch und arbeitet eng mit Ministerien, Behörden und anderen relevanten Akteuren zusammen, um verlässliche Informationen und Informationsangebote zu schaffen.

Ein Austausch mit der städtischen Wohnbaugesellschaft Münchner Wohnen ist ebenfalls geplant, um den Hitzeschutz für Mieter zu verbessern. In Anbetracht der steigenden Temperaturen ist es wichtiger denn je, dass die Bevölkerung über die Risiken informiert wird und entsprechende Schutzmaßnahmen ergreift. Der letzte Wochenbericht zur hitzebedingten Mortalität für die Saison 2025 wurde am 2. Oktober 2025 veröffentlicht und zeigt, wie wichtig präventive Maßnahmen sind. Weitere Informationen finden Sie hier.