Wo bleibt die Pünktlichkeit? Diese Frage beschäftigt viele Münchner, insbesondere die S-Bahn-Fahrgäste, die sich auch 2025 mit zahlreichen Verspätungen herumschlagen mussten. Laut den neuesten Berichten der tz und der Süddeutschen Zeitung hat sich die Pünktlichkeit der Münchner S-Bahn zwar leicht verbessert, jedoch bewegt sich das Niveau mit 87,9 Prozent nach wie vor auf einem unzureichenden Stand. Dies stellt lediglich eine marginale Steigerung um 0,9 Prozentpunkte im Vergleich zu 2024 dar, wo die Pünktlichkeit bei 87,0 Prozent lag.

Ein Blick auf die Ausfallquote zeigt ebenfalls eine kleine positive Entwicklung: Diese sank von 9,7 Prozent im Jahr 2024 auf 8,4 Prozent in 2025. Dennoch bleibt die Quote über den Werten vergangener Jahre, die 2018 bei nur 4,1 Prozent lag. Die unzureichende Bahninfrastruktur stellt laut verschiedenen Berichten die Hauptursache für die Verspätungen dar. tz führt die zahlreichen Aufträge der DB InfraGO als maßgeblichen Grund für die Zugausfälle an, die vor allem in der zweiten Jahreshälfte zu spürbaren Beeinträchtigungen führten.

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Betriebsprobleme und Baustellen

Die Ursachen für die Verspätungen sind vielfältig, wobei langsame Fahrten, Störungen an der Signaltechnik und Bauarbeiten die Hauptprobleme darstellen. Fast die Hälfte aller Verspätungen sind den Schwierigkeiten an Weichen, Gleisen und Bahnübergängen zuzuschreiben. Über zwei Drittel der Ausfälle im Jahr 2025 sind als direkte Folge von Bauarbeiten zu werten, was die Situation weiter verkompliziert. Externe Faktoren hingegen spielten eine deutlich geringere Rolle und beliefen sich auf nur 8,1 Prozent der Ausfälle, was im Vergleich zu 30,2 Prozent im Vorjahr bemerkenswert ist.

In der ersten Jahreshälfte konnten die Fahrgäste noch von einer guten Pünktlichkeit, vor allem auf der Linie S3 von München nach Holzkirchen, profitieren, wo die Werte mit 93,7 Prozent glänzten. In der zweiten Jahreshälfte fiel die Pünktlichkeit jedoch dramatisch, insbesondere im Oktober, wo sie unter 80 Prozent sank. An den schlechtesten Werten war die S4 nach Geltendorf beteiligt, die mit nur 83,4 Prozent aufwarten konnte.

Blick in die Zukunft

Ein Lichtblick könnte der neue S-Bahn-Chef Matthias Glaub sein, der am 1. Mai 2025 die Führung von Heiko Büttner übernimmt. Glaub betont die Dringlichkeit einer leistungsfähigen Infrastruktur, um nachhaltige Verbesserungen im S-Bahn-Betrieb zu fördern. Auch Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter zeigt sich wenig erfreut über die derzeitige Situation. Er fordert einen Fortschritt hin zu Pünktlichkeitswerten von 94 Prozent, was die Werte der 2010er-Jahre wieder erreichen würde.

Bärbel Fuchs, die Geschäftsführerin der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), äußert gemischte Gefühle zur Bilanz 2025 und erklärt, dass die hohe Anzahl an Bauaktivitäten im S-Bahn-Netz einen Großteil der schlechten Werte verursacht hat. DB Infrago plant eine Reduzierung von Langsamfahrtstellen, die für viele Verspätungen verantwortlich sind, und es bleibt zu hoffen, dass dies die Situation verbessern kann.

Insgesamt bleibt es abzuwarten, ob die angekündigten Maßnahmen in den kommenden Jahren Früchte tragen und die Münchner S-Bahn von ihrem Ruf als unzuverlässiges Verkehrsmittel verabschieden kann. Bis dahin heißt es für die Fahrgäste: Geduld bewahren.