Heute ist der 3.04.2026 und die Münchner S-Bahn hat in den letzten Jahren eine wechselhafte Pünktlichkeit erlebt. Im Jahr 2025 erreichte die S-Bahn eine Pünktlichkeit von 87,9 Prozent, was zwar eine leichte Verbesserung um knapp einen Prozentpunkt im Vergleich zu 2024 darstellt, jedoch gleichzeitig das Jahr mit der historisch schlechtesten Pünktlichkeit war. Die Ausfallquote sank von 9,7 Prozent im Jahr 2024 auf 8,4 Prozent, bleibt jedoch über den Werten vergangener Jahre, etwa 2018, als die Quote bei 4,1 Prozent lag. Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) führt diese schlechten Werte auf die hohe Bauaktivität im S-Bahn-Netz zurück. Mehr dazu hier.
Die Pünktlichkeit variiert stark zwischen den einzelnen Linien. Die S3 von München nach Holzkirchen führt mit 93,7 Prozent, während die S4 nach Geltendorf mit nur 83,4 Prozent die schlechteste Pünktlichkeit aufweist. In der zweiten Jahreshälfte 2025 trugen Langsamfahrstellen, Störungen an der Signaltechnik und Bauarbeiten zur Verschlechterung der Pünktlichkeit bei. Über zwei Drittel der Ausfälle waren auf Bauarbeiten zurückzuführen, während knapp die Hälfte aller Verspätungen aus Störungen an Weichen, Gleisen und Bahnübergängen resultierte.Hier erfahren Sie mehr.
Blick in die Zukunft der S-Bahn
Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter sieht in den Zahlen keinen Grund zur Freude. Er fordert Pünktlichkeitswerte von 94 Prozent, wie sie in den 2010er Jahren erreicht wurden. Der neue S-Bahn-Chef Matthias Glaub, der am 1. Mai 2025 die Nachfolge von Heiko Büttner antrat, betont die Notwendigkeit einer leistungsfähigen Infrastruktur für nachhaltige Verbesserungen. DB Infrago plant eine Reduzierung von Langsamfahrstellen, die für viele Verspätungen verantwortlich waren.
Die Pünktlichkeit fiel im Oktober 2025 auf unter 80 Prozent. So erreichte etwa die S4-West nur 73,2 Prozent und die S6-West 73,7 Prozent. Diese Entwicklung sorgt bei Bärbel Fuchs, Geschäftsführerin der BEG, für gemischte Gefühle, insbesondere in Bezug auf die zweite Jahreshälfte. Die erhofften Verbesserungen durch das neue elektronische Stellwerk am Ostbahnhof wurden nicht wie erwartet umgesetzt.
Der Weg zur Verbesserung
Die S-Bahn München steht vor der Herausforderung, ihre Pünktlichkeit nachhaltig zu verbessern. Externe Einflüsse machten 2025 nur 8,1 Prozent der Ausfälle aus, im Vergleich zu 30,2 Prozent in 2024. Ein Grund zur Hoffnung ist, dass es 2025 keine witterungsbedingten Einschränkungen und keinen Streik gab. Dennoch bleibt der Weg zur angestrebten Pünktlichkeit von 94 Prozent lang und steinig. Die Verspätungen und Ausfälle sind nicht nur ein Ärgernis für die Pendler, sondern auch ein Zeichen für die notwendige Investition in die Bahninfrastruktur, die in den kommenden Jahren angepackt werden muss.
Die Herausforderungen sind groß, aber mit einer klaren Strategie und dem Engagement aller Beteiligten kann die Münchner S-Bahn auf einen besseren Weg gelenkt werden, um die Pünktlichkeit zu steigern und die Zufriedenheit der Fahrgäste zu erhöhen. Die kommenden Jahre werden entscheidend sein, um die S-Bahn wieder zu einer zuverlässigen Alternative im Münchner Verkehrsnetz zu machen.