In München-Milbertshofen gibt es aktuell hitzige Diskussionen um den Wohnungsbau. Helmut Klein, ein engagierter Grundstückseigentümer, hat große Pläne, um der angespannten Wohnungssituation entgegenzuwirken. Auf seinem Grundstück, das einst als Ausbildungsstätte für Handwerker aus verschiedenen Nationen diente, will er Wohnraum schaffen. Doch die Stadt München hat ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht. Bis 2002 wurden die Betriebe auf dem Gelände geduldet, doch seither ist die Nutzung untersagt und ein Rückbau der Gebäude bis 2025 angeordnet worden, weil das Grundstück nicht als Bauland ausgewiesen ist.
Klein hat bereits 2016 Pläne zur Schaffung neuer Wohnungen entwickelt, doch seine Kritik an der Stadt wird lauter: Er bemängelt, dass kein Interesse an einer zügigen Umsetzung seiner Ideen besteht und stattdessen eine Abrissverfügung erlassen wurde. Dies hat nicht nur zur Folge, dass ansässige Betriebe sich verkleinern und Mitarbeiter entlassen mussten, sondern auch, dass die Stadt auf wertvolle Gewerbesteuereinnahmen verzichten könnte.
Die Herausforderung des Wohnraums in München
Die Wohnraumsituation in München ist angespannt, und dennoch gibt es Lichtblicke: Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) plant ein großes Neubauprojekt im Münchener Norden. Hier sollen in einem dreistöckigen Wohnhaus nicht nur bestehende 450 Wohnungen verbessert, sondern auch zusätzliche 650 Wohnungen geschaffen werden. Damit würde die Gesamtanzahl auf beeindruckende 1.100 Wohnungen steigen. Die Miet-Obergrenze liegt bei 10 Euro pro Quadratmeter, wobei eine bevorzugte Vermietung an Bundesbeschäftigte vorgesehen ist.
Der Siegerentwurf für die Neugestaltung stammt von Bogevischs Büro Architektur und Grabner Huber Lipp Landschaftsarchitekten, die ein durchgehendes Grünzug sowie attraktive Aufenthaltsflächen und einen eigenen Stadtplatz planen. Die Wohnungsgrößen sollen auf die Bedürfnisse von Familien und Singles abgestimmt werden. Das Projekt ist Teil der „Wohnraumoffensive“ von 2018, die darauf abzielt, den Wohnraum in München zu verbessern.
Gesamtüberblick über den Wohnungsbau in München
Die Bautätigkeitsstatistik der Stadt München erfasst genehmigungs- und zustimmungspflichtige Baumaßnahmen im Hochbau, die Wohnraum schaffen oder verändern. Dabei werden sowohl Baugenehmigungen als auch die Fertigstellung neuer Gebäude erfasst. Seit 2011 werden auch Wohnheime in die Bestandsfortschreibung einbezogen, was die Wohnraumsituation weiter beeinflusst. Es wird erwartet, dass der Stadtrat im September 2023 ein Verfahren für einen neuen Bebauungsplan startet und der Baubeginn in ein bis zwei Jahren erfolgen könnte.
In vielen Teilen Münchens, wie beispielsweise in der „Ami-Siedlung“ am Perlacher Forst, gibt es jedoch Widerstand gegen neue Bauprojekte. Eine mögliche Denkmalschutzprüfung könnte hier weitere Hürden aufwerfen. Trotz dieser Herausforderungen setzt die Bima auf modulares und serielles Bauen, um die Projekte schnell und effizient zu realisieren.
Die Diskussion um den Wohnungsbau in Milbertshofen und darüber hinaus zeigt, wie komplex und vielschichtig die Thematik ist. Während einige Projekte Hoffnung auf mehr Wohnraum bieten, kämpfen andere um ihre Existenz und die Erhaltung ihrer Betriebe. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Situation in den kommenden Jahren entwickeln wird.