Heute ist der 10.04.2026 und die Reisenden am Münchener Flughafen müssen sich auf erhebliche Unannehmlichkeiten einstellen. Ab Mitternacht hat das Kabinenpersonal der Lufthansa und ihrer Tochtergesellschaft Lufthansa Cityline in Frankfurt gestreikt. Diese Aktion betrifft nicht nur den Frankfurter Flughafen, sondern hat auch Auswirkungen auf Flüge von und nach München sowie an weiteren deutschen Flughäfen. Insgesamt sind 580 von 1.350 geplanten Starts und Landungen in Frankfurt gestrichen worden, was bedeutet, dass die meisten Lufthansa-Flüge am Freitagmorgen mit dem Wort „Cancelled“ auf den Anzeigetafeln angezeigt werden.

Der Streik, der bis 22 Uhr am Freitagabend andauern soll, hat rund 20.000 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter mobilisiert. Schätzungen zufolge sind zwischen 72.000 und 90.000 Passagiere von den Flugausfällen betroffen. Rückflüge von Osterurlaubern fallen ebenfalls aus, was die Situation zusätzlich kompliziert. Um die Auswirkungen des Streiks zu mildern, hat Lufthansa einen Sonderflugplan veröffentlicht und zusätzliche Flüge von nicht bestreikten Airlines wie Eurowings, Discover, Swiss, Austrian, Brussels, Edelweiss und Ita angekündigt.

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Konflikt um Tarifverhandlungen

Der Streik folgt einem Warnstreik und einer Urabstimmung, bei der die Beschäftigten eine hohe Zustimmung zeigten. Die Gewerkschaft Ufo wirft der Lufthansa „massive Gegenforderungen“ vor, insbesondere in Bezug auf die monatlich möglichen Arbeitsstunden. Gleichzeitig wurde eine Einigung über einen Tarifvertrag mit der Gewerkschaft Verdi für die neue Tochtergesellschaft City Airlines erzielt. Lufthansa kritisiert jedoch die Ufo für die schnelle Eskalation des Streiks und mangelnde Verhandlungsbereitschaft.

Der Konflikt dreht sich um die Tarifverhandlungen zum Manteltarif sowie um die Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag bei der Cityline, der rund 800 Existenzen betrifft. Ufo fordert Arbeitszeitentlastungen und einen Sozialplan für die betroffenen Flugbegleiter und hat bereits einen Termin für eine Demonstration am kommenden Mittwoch angemeldet. Lufthansa-Personalvorstand Michael Niggemann bezeichnete den Streik als verantwortungslose Eskalation.

Auswirkungen auf den Luftverkehr

Die Störungen im Flugverkehr sind nicht nur für die betroffenen Passagiere unangenehm, sondern haben auch weitreichende Konsequenzen für die gesamte Branche. Der Flughafenverband ADV äußerte, dass die Störungen unangemessen seien und Lösungen am Verhandlungstisch gefunden werden sollten. Michael Hoppe, Vorsitzender des Airline-Verbandes BARIG, kritisierte die Vorgehensweise als unverhältnismäßig und schädlich für Unbeteiligte. Er forderte eine Anpassung des Streikrechts zugunsten einer vorgeschalteten Schlichtung, um massive Einschränkungen im Flugverkehr und negative Auswirkungen auf Passagiere, Handel und Wirtschaft zu vermeiden.

Der Verband warnt vor einem nahezu zum Erliegen kommenden Flugbetrieb und appelliert an die Gewerkschaft, verantwortungsbewusst zu handeln. In der Vergangenheit konnten Tarifkonflikte oft durch Schlichtungen gelöst werden, und BARIG setzt sich für konstruktive Verhandlungen ein, um die Zufriedenheit der Passagiere und die Zukunft des deutschen Luftverkehrs zu sichern.

Für Reisende ist es wichtig, sich über ihre Flüge zu informieren, da Tickets umgebucht oder erstattet werden können. Bei Verspätungen von über drei Stunden haben Fluggäste Anspruch auf Entschädigungen. Lufthansa erwartet, am Samstag wieder weitgehend das komplette Flugprogramm anbieten zu können, warnt jedoch vor möglichen weiteren Streichungen und Verspätungen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage entwickeln wird und ob weitere Streiks folgen werden.

Für detaillierte Informationen zu den Flugausfällen und dem derzeitigen Stand der Verhandlungen können Sie die umfassenden Berichte auf Tagesschau und ZDF heute einsehen.