In München und vielen anderen deutschen Städten ist es gang und gäbe, das Leitungswasser direkt aus dem Hahn zu trinken. Rund ein Drittel der Deutschen greift regelmäßig auf dieses erfrischende Nass zurück. Doch wie steht es um die Gesundheit, wenn es um das Thema Hartes Wasser geht? Insbesondere wenn wir über Arteriosklerose, besser bekannt als Arterienverkalkung, sprechen, sind viele besorgt. Diese Erkrankung ist ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Doch müssen wir uns wirklich Sorgen um das Wasser machen, das wir trinken? Schauen wir uns die Fakten genauer an.
Hartes Wasser, das in vielen Regionen Deutschlands verbreitet ist, enthält eine Vielzahl von Mineralstoffen, vor allem Kalzium und Magnesium. Diese Mineralstoffe sind nicht nur für die Gesundheit wichtig, sie können auch gesundheitliche Vorteile bieten. Laut einer Studie der T-Online begünstigt hartes, kalkreiches Wasser keine Arterienverkalkung. Im Gegenteil, der Körper benötigt Kalzium, und überschüssiges Kalzium wird einfach ausgeschieden, ohne sich in den Gefäßen abzulagern. Die Symptome der Arteriosklerose zeigen sich oft erst bei erheblicher Verengung der Gefäße, was die Dringlichkeit einer gesunden Lebensweise unterstreicht.
Der Zusammenhang zwischen Kalk und Herzgesundheit
Herzexperten wie Professor Dr. med. Hans Hauner von der Deutschen Herzstiftung e.V. bestätigen, dass kalkhaltiges Trinkwasser nicht für die Verkalkung der Herzkranzgefäße verantwortlich ist. Vielmehr entstehen verkalkte Gefäße durch eine Kombination aus ungesunden Lebensstilfaktoren wie ungesunder Ernährung, Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen und übermäßigem Alkoholkonsum. Diese Faktoren können nicht nur Bluthochdruck und Diabetes mellitus fördern, sondern auch hohe Cholesterinwerte, die wiederum zu Arteriosklerose führen können.
Wussten Sie, dass etwa 6 Millionen Menschen in Deutschland an koronaren Herzkrankheiten (KHK) leiden? Diese entstehen durch die Verengung und Starrheit der Gefäße, die durch Ablagerungen aus Blutfetten, Bindegewebe und Kalzium verursacht werden. Professor Hauner betont, dass die Ablagerungen in den Gefäßwänden nicht durch kalkhaltiges Wasser verursacht werden, sondern vielmehr durch die genannten ungesunden Lebensgewohnheiten.
Cholesterinwerte und ihre Bedeutung
Ein weiterer wichtiger Punkt, den es zu beachten gilt, sind die Cholesterinwerte. Diese stehen in direktem Zusammenhang mit dem Risiko für Arteriosklerose. Erhöhte Cholesterinwerte sind zwar ein Indikator, jedoch nicht allein entscheidend für eine Diagnose. Zur genauen Beurteilung werden zusätzliche Blutwerte, wie Blutzucker, und bildgebende Verfahren eingesetzt. Experten empfehlen auch, den Lipoprotein(a)-Wert zu bestimmen, da er ein unabhängiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist.
Die Grenzwerte für Cholesterinwerte werden je nach Gesamtrisiko einer Person für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ermittelt. Günstige Werte für gesunde Personen liegen unter 200 mg/dl für das Gesamtcholesterin und unter 100 mg/dl für LDL-Cholesterin. Ein hoher Cholesterinspiegel muss jedoch nicht zwangsläufig negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben, da auch andere Faktoren eine Rolle spielen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass hartes Wasser in Deutschland nicht für Arterienverkalkung verantwortlich ist. Stattdessen sind es oft ungesunde Lebensgewohnheiten, die zu dieser Erkrankung führen. Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und der Verzicht auf schädliche Substanzen sind der Schlüssel zu einer guten Herzgesundheit. Wenn wir diese Faktoren im Auge behalten, können wir das Risiko für Arteriosklerose und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen erheblich senken. Bleiben Sie gesund und trinken Sie Ihr Leitungswasser mit gutem Gewissen!





