Die Verkehrssicherheit in München zeigt alarmierende Trends, wie die aktuellen Statistiken belegen. Im Jahr 2025 verloren 31 Menschen ihr Leben bei Verkehrsunfällen in der bayerischen Landeshauptstadt, was einen besorgniserregenden Anstieg von 63% im Vergleich zum Vorjahr darstellt, als noch 19 Verkehrstote gezählt wurden. Diese erschreckenden Zahlen wurden von der Abendzeitung München in ihrem Bericht abendzeitung-muenchen.de veröffentlicht.

Raserei, Rücksichtslosigkeit und Leichtsinn sind die Hauptursachen für die steigenden Unfallzahlen. Allein am 29. November 2025 ereignete sich ein tragischer Unfall, als ein 19-Jähriger mit einem Porsche Macan eine rote Ampel missachtete und in einen abbiegenden Renault krachte, was zum Tod von zwei Insassen führte. In den ersten zehn Monaten des Jahres 2025 zählte man in München und dem Landkreis insgesamt 52.246 Verkehrsunfälle, etwas mehr als die 49.759 im Jahr 2024.

Besorgniserregende Statistiken

Die Bilanz der Verkehrstoten zeichnet ein Bild, das zum Nachdenken anregt: Unter den 31 Opfern waren 12 Fußgänger, 6 Radfahrer, 7 Autofahrer und 6 Motorradfahrer. Besonders alarmierend ist, dass 12 der Verstorbenen Senioren waren, was auf eine erhöhte Gefährdung dieser vulnerable Gruppe hinweist. Die Anzahl der Unfälle mit E-Bikes stieg um 20,2% auf 612, wobei drei tödliche Unfälle registriert wurden. Im gleichen Zeitraum stiegen die E-Scooter-Unfälle um 28,1% auf 639.

Ein weiterer Schlag ins Kontor sind die Zahlen über Personen, die während des Fahrens unter Cannabis standen – diese stiegen um beeindruckende 78,28% auf 1.690 Fälle. Gleichzeitig sank die Anzahl der Tempoverstöße leicht von 179.946 auf 178.272, während die verhängten Fahrverbote zugenommen haben – von 3.298 im Jahr 2024 auf 4.128 im Jahr 2025. Da stellt sich die Frage, ob häufiger kontrolliert wird oder ob es tatsächlich zu einem Anstieg der Rücksichtslosigkeit im Verkehr kommt.

E-Bikes und Radfahrer

Ein Blick auf überregionaler Ebene zeigt weitere besorgniserregende Trends. Laut destatis.de stieg im Jahr 2024 die Anzahl der getöteten Radfahrer gegen den Trend, besonders bei Pedelec-Nutzer:innen. Knapp zwei Drittel dieser Verkehrstoten waren 65 Jahre oder älter, und die Mehrheit der Fahrradunfälle mit Personenschaden hatte weitere Verkehrsteilnehmende beteiligt. Auch hier zeigt sich, dass vieles an der Verkehrsinfrastruktur und dem Verhalten der Verkehrsteilnehmer liegt.

2024 gab es in Deutschland insgesamt 2,5 Millionen Straßenverkehrsunfälle, wobei die Zahl der Unfälle mit Personenschäden stabil blieb. Deutschland verzeichnete mit 2.770 Verkehrstoten eine signifikante Reduktion seit 1970. Jedoch bleibt die Zahl der schwer verletzten Personen und die Unfallursachen, wie unter anderem zu schnelles Fahren oder Alkohol am Steuer, ein ständiges Problem, das gelöst werden muss. Die Statistik zeigt eine klare Richtung – die Rückkehr zu einem sichereren Straßenverkehr fordert mehr Verantwortung von allen Beteiligten.

Der Weg zu einer sicheren und verantwortungsvollen Verkehrskultur erfordert mehr als nur Zahlen auf Papier. Aktionen für ein besseres Bewusstsein und oft auch eine bessere Infrastruktur müssen dringend auf die Agenda, um die Vision Zero – keine Verkehrstoten bis 2050 – Realität werden zu lassen. Wie lange müssen wir noch auf die Bremse treten, um das Ruder herumzureißen?