Die Zeiten ändern sich und so auch die Mobilität in Bayern. Ein wichtiges Projekt dafür sind die neuen XXL-S-Bahnen, die auf der IAA Mobility 2025 in München vorgestellt wurden. Diese S-Bahnen sollen ab Ende 2028 im Münchner Raum zum Einsatz kommen, und versprechen nicht nur mehr Platz, sondern auch erhebliche Einsparungen bei Umbauten. So berichtet Merkur, dass sich dank der neuen Anforderungen an die Bahnsteige 11 Millionen Euro an Umbaukosten sparen lassen.
Ein großes Augenmerk liegt auf der Verlegung des Regionalzughalts vom Bahnhof See an den Bahnhof Nord. Diese Maßnahme wird von der Stadt Starnberg aggressiv vorangetrieben, da bereits seit 2001 darüber nachgedacht wird. Stadtbaumeister Stephan Weinl hat im Stadtratsausschuss den aktuellen Stand vorgestellt, wobei die Verkehrsbelastung in der Starnberger Innenstadt ein drängendes Thema ist. Busse und Regionalzüge sollen mittelfristig besser gebündelt werden, um den Zügen mehr Platz zu schaffen.
Neuer Bahnhof Nord im Fokus
Der Bahnhof Nord ist dabei ein zentraler Mosaikstein im Mobilitätskonzept der Stadt. Mit zwei barrierefreien Außenbahnsteigen, die jeweils 270 Meter lang und mit einer Einstiegshöhe von 96 cm ausgestattet sind, bietet er die nötigen Voraussetzungen für moderne Zugverbindungen. Für die größeren Regionalzüge, die eine Bahnsteiglänge von bis zu 300 Metern benötigen, ist die Anpassung der Infrastruktur ein wichtiger Schritt. Ein Parkdeck mit 338 Stellplätzen für Autos und 190 für Fahrräder ergänzt das Angebot am Bahnhof Nord.
Um die Busverbindungen zu verbessern, plant die Stadt die Umstellung der Buslinien. Ein Antrag zur Verlagerung von Regionalbussen zum neuen Bahnhof, um den Fahrplanwechsel im Jahr 2028 zu nutzen, wurde bereits ja erteilt. Über die genauen Streckenführungen soll im nächsten Jahr entschieden werden. Für dieses Projekt sind bereits 200.000 Euro in den Haushalt 2026 eingeplant, auch wenn die Finanzierung noch unklar bleibt.
Kollaboration für nachhaltige Mobilität
Die IAA MOBILITY steht auch für die Partnerschaft zwischen verschiedenen Verkehrsaktören. Die Deutsche Bahn, die dieses Jahr mit einem großen Stand auf der Messe vertreten ist, setzt auf eine enge Vernetzung aller Verkehrsträger. Richard Lutz, Vorstandsvorsitzender der DB, betont die Wichtigkeit, Bahnen, Busse und Sharing-Optionen intelligent miteinander zu verbinden. Laut der Plattform ZNV sollen verschiedene Perspektiven und Mobilitätsbedürfnisse in einem Gesamtsystem zusammenfließen, um eine zukunftsfähige Mobilität zu fördern. Hildegard Müller vom Verband der Automobilindustrie hebt hervor, dass Synergien notwendig sind, um nachhaltige Lösungen zu finden.
In dieser zeitgemäßen Herangehensweise zur Mobilität zeigt sich ein klarer Trend. Der Bericht zur Mobilität in Deutschland 2023 zeigt, dass Elektroautos, Pedelecs und der öffentliche Verkehr an Bedeutung gewinnen. Das Deutschland-Ticket hat sich als beliebtes Angebot etabliert, vor allem in städtischen Gebieten, und der Fuß- sowie Fahrradverkehr sind ebenfalls im Aufwind. Diese Entwicklungen beeinflussen auch die Planungen für den öffentlichen Nahverkehr in der gesamten Region München.
Die Ziele sind ehrgeizig, und die Gespräche mit den verschiedenen Beteiligten gehen hoffentlich bald in die entscheidende Phase. Sobald die notwendigen Genehmigungen und Beschlüsse erteilt sind, könnte der Bau und die Umstrukturierung der Mobilitätsangebote attraktive Perspektiven für die Stadt Starnberg und ihre Umgebung bieten. Eines ist sicher: Die Mobilität von morgen wird größtenteils von den Planungen und Visionen der heutigen Entscheidungsträger geprägt.