Heute ist wieder ein trüber Tag für die Münchner, denn der öffentliche Nahverkehr legt erneut eine Zwangspause ein. Wie bereits berichtet, hat die Gewerkschaft Verdi die Arbeitsniederlegungen im ÖPNV fortgesetzt, und das hat massive Einschränkungen zur Folge. Der Streik betrifft nicht nur München, sondern zieht sich durch insgesamt 13 Städte in Bayern, darunter auch Nürnberg, Augsburg und Regensburg. Während die S-Bahn München und Regionalbusse regulär verkehren, wird der Rest der Verkehrsmittel weitgehend stillgelegt bis mindestens Sonntagmorgen, wie die tz meldet.

Gegen 3.30 Uhr früh begann der Streik, und die Auswirkungen sind deutlich spürbar. Die U-Bahn in ganz München fährt nicht, bis auf kleinere Abschnitte wie den zwischen Brudermühlstraße und Münchner Freiheit, der einen 10-Minuten-Takt aufweist. Auch die Trams sind alles andere als zuverlässig. Während die Linie 20 im 10-Minuten-Takt verkehrt, finden sich für die Linie 25 schon 20 Minuten zwischen den Fahrten. Die Busse sind ebenfalls betroffen: zwar sind etwa die Hälfte der Flotten im Einsatz, doch wird der Betrieb stark eingeschränkt. Fahrten kommen nur alle 20–30 Minuten zustande, und einige Linien verkehren sogar nur stündlich, wie die Süddeutsche berichtet.

Die Gründe hinter dem Streik

Verdi fordert für 9.000 Beschäftigte eine Lohnerhöhung von knapp 670 Euro sowie eine 35-Stunden-Woche mit vollem Lohnausgleich. Höhere Zuschläge, besonders für Wochenendarbeit, sind ebenfalls Teil der Forderungen. Die Arbeitgeberseite sieht das jedoch anders und hat diese Ansprüche als „realitätsfern“ bezeichnet, während sie selbst eine Erhöhung der Tarifgehälter von fünf Prozent in zwei Schritten anbietet. Diese Differenzen wurden auch in den Berichten der BR klar umrissen, wo die finanziellen Engpässe der Kommunen angeführt werden.

In der gesamten Region sind die Mitarbeiter der Leitstellen, Werkstätten und Verwaltung ebenfalls am Streik beteiligt, was die Situation weiter verschärft. Wer auf Busse oder Trams angewiesen ist, sollte sich auf längere Wartezeiten einstellen, warnt die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG). Es empfiehlt sich, alternative Verkehrsmittel zu nutzen oder Fahrgemeinschaften zu bilden. Wer die Möglichkeit hat, sollte auch darüber nachdenken, von Zuhause zu arbeiten oder flexible Arbeitszeiten in Anspruch zu nehmen.

Ein Blick auf die U-Bahn- und Busverbindungen

Hier sind einige der aktuell stark eingeschränkten Buslinien:

  • Fahrten alle 20 bis 30 Minuten: X30, X35, X36, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58/68, 59, 60, 62, 63, 132, 143, 145, 150, 151, 153, 154, 157, 160, 161, 162, 164, 168, 174, 176, 180, 181, 182.
  • Fahrten alle 40 Minuten oder stündlich: 100, 130, 134, 139, 140, 141, 144, 149, 155, 158, 159, 163, 165, 166, 167, 169, 170, 171, 172, 173, 175, 177, 178, 179, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197, 198, 199.

Ob die letzten Tage des Streiks neue Verhandlungen bringen werden, bleibt abzuwarten. Der ÖPNV in Bayern wird bis zum Sonntagmorgen von den Auswirkungen betroffen sein. Wir halten die Augen offen und berichten weiterhin über die Lage.