In der Arndtstraße im Glockenbachviertel wird jetzt ordentlich angepackt: Ein etwa sechs Meter hoher Feldahorn findet seinen neuen Platz. Der Baum wurde am Dienstagvormittag von zwei fleißigen Männern eingepflanzt und ist Teil eines ehrgeizigen Plans, der im Dezember 2023 vom Stadtrat beschlossen wurde. Ganze 3500 neue Bäume sollen in den nächsten Jahren an öffentlichen Orten in München gepflanzt werden, darunter 1500 auf bislang versiegelten Straßen, wie die Abendzeitung berichtet.
Die Arndtstraße ist ein Paradebeispiel für die Notwendigkeit grüner Oasen in urbanen Räumen. Anwohnerin Anna Helidonis freut sich über die neuen Bäume, die nicht nur die Optik aufwerten, sondern auch zur Kühlung der angrenzenden Flächen beitragen sollen. Das freut auch den Bezirksausschussvorsitzenden Benoît Blaser (Grüne), der erklärte, dass es wichtig sei, das richtige Maß zu finden, denn Bäume im Straßenraum kosten auch Parkplätze. Dennoch ist er optimistisch über den Fortschritt der Pflanzungen.
Der Baum als Klimaschützer
Bürgermeister Dominik Krause und Baureferentin Jeanne-Marie Ehbauer haben beim Startschuss der Pflanzungen noch einmal betont, wie wichtig die neuen Bäume für das Stadtklima sind. Im Vorjahr wurden bereits 1400 Bäume gepflanzt, und in diesem Jahr sollen 800 weitere folgen. Für das gesamte Projekt hat der Stadtrat mehr als 50 Millionen Euro bewilligt, wovon allein rund 17,5 Millionen Euro für die neuen Bäume aufgebracht werden müssen. Ein einzelner Baum kostet dabei etwa 5000 Euro.
Doch die Pflanzung ist nur der erste Schritt. Laut Stadt München müssen die Standorte oft aufwendig vorbereitet werden, da viele Böden stark verdichtet sind und nicht optimal für Wurzelwachstum geeignet sind. Landschaftsarchitekt Markus Schäf hebt hervor, wie wichtig der unterirdische Wurzelraum ist, der etwa 32 Kubikmeter Platz benötigt, um gesunde Bäume großzuziehen.
Ein Auge auf die Zukunft
Die Stadt setzt verstärkt auf robuste Baumarten wie den Feldahorn. Diese sind besser für die klimatischen Herausforderungen geeignet als herkömmliche Arten wie die Linde oder den Spitzahorn, die aufgrund des Klimawandels zunehmend Schwierigkeiten haben. Die neu gepflanzten Bäume haben das Potenzial, bis zu 15 Meter hoch zu wachsen und viele Jahrzehnte Schatten zu spenden, was nicht nur für Anwohner angenehm ist, sondern auch zur Verbesserung des Mikroklimas beiträgt.
Doch was nützt der schönste Baum, wenn er nicht richtig gepflegt wird? Hier kommen die Experten ins Spiel: Die Baumpflege ist ein ernstes Erfordernis, das laufend überprüft werden muss. Diese Maßnahmen sind unerlässlich, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten und gefährliche Situationen zu vermeiden, wie bei der Fällung von Bäumen, die nicht mehr standsicher sind, wie in der städtischen Auskunft betont wird.
Um ein gesundes und klimaresilientes Stadtgrün zu gewährleisten, ist ein umfassendes Wissen über die Anpassungsfähigkeit verschiedener Pflanzenarten unabdingbar. Die Veröffentlichung „Stadtgrün wirkt!“ des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung liefert wertvolle Erkenntnisse zu den notwendigen Pflegemaßnahmen und unterstützt das Handwerk mit wissenschaftlichen Fakten zur urbanen Gestaltung im Einklang mit den klimatischen Veränderungen.
In München stellt sich die Stadt den Herausforderungen des Klimawandels mit einem klaren Plan und tatkräftigem Engagement für mehr Grün. Jeder neue Baum ist ein Schritt in Richtung einer lebendigen und gesunden urbanen Zukunft.