Am St.-Ulrich-Platz in Grasbrunn ist ein markanter Wandel im Gange. Der traditionsreiche Grasbrunner Hof, der seit 1974 das Bild des Platzes prägte, wurde abgerissen. An seiner Stelle entsteht ein neues Wohngebiet, das 16 Häuser mit insgesamt 80 Wohnungen sowie einen neuen Gasthof umfassen wird. Das ursprüngliche Gasthaus von 1906 wurde erst durch den Grasbrunner Hof ersetzt, der über die Jahre hinweg die Anlaufstelle für viele Bürger war. Der Kotterwirt und der Schlösslwirt, die zuvor an diesem Standort waren, haben ebenfalls Geschichte geschrieben, bevor sie in den späten 1960er-Jahren abgerissen wurden. Quelle.
Die Diskussion über die Neugestaltung des Areals zieht sich bereits seit 2017 hin. Immer wieder wurden verschiedene Pläne vorgestellt, häufig begleitet von Veränderungssperren. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurden nun die Details zu Straßenbreiten, Entwässerung, Baumstandorten, Grünflächen und Stellplätzen präsentiert. Das Bauprojekt wird von der Demos Wohnbau GmbH, einem Unternehmen aus München, durchgeführt. Der Baubeginn ist voraussichtlich für 2027 vorgesehen und wird mit Spannung erwartet.
Ein Blick in die Planung
Im Rahmen einer öffentlichen Sitzung des Gemeinderates am 24. Juni 2025 wurde die Vorentwurfsplanung für das Baugebiet „St.-Ulrich-Platz, Kirchenstraße“ vorgestellt. Diese Planung erhielt mehrheitlich grünes Licht von den Gemeinderäten und wurde vom Ingenieurbüro Haas GbR aus Gräfelfing erstellt. Neben den bereits genannten 80 Wohnungen ist auch ein neues Restaurant mit Biergarten in der Planung vorgesehen. Der Bebauungsplan Nr. 72, der seit dem 11. Dezember 2024 offiziell gültig ist, wird die Grundlage für die nächste, detailliertere Planungsphase bilden. Quelle.
Die Bürgerbeteiligung spielte in diesem Prozess eine wichtige Rolle. Im Frühjahr 2021 konnten die Anwohner ihre Stellungnahmen zu den Vorentwürfen abgeben. Diskutiert wurden Themen wie die Erhaltung des Grasbrunner Hofs, die Schaffung eines öffentlichen Spielplatzes, die Mischung der Wohnungsgrößen sowie Baumpflanzungen und die Verkehrsbelastung durch das neue Wohngebiet. Der Gemeinderat ist zuständig für die Verkehrsplanungen und hat den Beschlussvorschlag mit 13 Stimmen dafür und 2 Stimmen dagegen angenommen.
Förderung durch nationale Programme
Das Projekt in Grasbrunn reiht sich ein in die Vielzahl der städtebaulichen Entwicklungen, die durch das Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ gefördert werden. Dieses Programm unterstützt innovative und konzeptionelle Projekte von nationaler oder internationaler Bedeutung. Seit dem Start im Jahr 2014 wurden bereits 228 Projekte mit einem Bundeszuschuss von rund 721 Millionen Euro unterstützt. Die Schwerpunkte liegen dabei auf der Sanierung denkmalgeschützter Bestände, der Quartiersentwicklung sowie der Aufwertung öffentlicher Räume. Quelle.
Insgesamt zeigt der bevorstehende Bau am St.-Ulrich-Platz, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Akteuren ist, um die Herausforderungen der Stadtentwicklung kreativ zu bewältigen. Man darf gespannt sein, wie das neue Wohngebiet das Leben in Grasbrunn bereichern wird und welche neuen Impulse es setzen kann.