Am 28. Februar 2026 war es endlich soweit: Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) hat den ersten Bauabschnitt der neuen Tramlinie 14 in Betrieb genommen. Auf langen 1500 Metern erstreckt sich die Strecke zwischen Pasing Bf. und Gondrellplatz, mit Haltestellen wie der Fürstenrieder Straße, Laimer Platz und Aindorferstraße, die alle barrierefrei gestaltet sind. Bürgermeister Dominik Krause, Bürgermeisterin Verena Dietl, MVG-Chef Ingo Wortmann und Mobilitätsreferent Georg Dunkel feierten die Eröffnung, die um 11:30 Uhr begann. Trotz eines Streiks setzte die MVG den Betrieb bis in die späten Abendstunden fort, was die Bedeutung der neuen Linie unterstreicht. Die Straßenbahnkurse im Münchner Westen blieben bis zum Schluss gut gefüllt, was zeigt, dass die Nachfrage groß ist.
Die Tramlinie 14 fährt tagsüber im 10-Minuten-Takt und wechselt ab 22 Uhr sowie in den frühen Morgenstunden auf einen 20-Minuten-Takt. Interessanterweise wird die Linie 14 nicht nur von dreiteiligen Fahrzeugen, sondern auch von den vierteiligen Avenio-Wagen bedient, die am Eröffnungstag zum ersten Mal eingesetzt wurden. Die Avenio-Wagen, wie etwa der 2511, fuhren am Abend durch die Gleichmannstraße in Pasing und zeigen die moderne Technik, die die Münchner Straßenbahnen nun nutzen. Auch die aktualisierten Liniennetzpläne auf allen Fahrzeugen der Linie 14 wurden rechtzeitig zur Inbetriebnahme bereitgestellt.
Barrierefreiheit und Zukunftsaussichten
Die Haltestellen der neuen Linie sind nicht nur barrierefrei mit nahezu niveaugleichem Einstieg, sie sind auch für Züge bis zu 56 Meter Länge ausgelegt. Dieser Ausbau ist ein wichtiger Schritt in Richtung eines inklusiven öffentlichen Verkehrs. Zudem wurde die bestehende Haltestelle Fürstenrieder Straße der Linie 19 ebenfalls barrierefrei ausgebaut, was die gesamte Mobilitätsinfrastruktur in diesem Bereich erheblich verbessert.
Die Bauarbeiten umfassten die Verlegung von Versorgungsleitungen für Strom, Gas, Wasser und Telekommunikation sowie den Neubau einer Hauptwasserleitung. Weitere Bauabschnitte sind in Planung, die von der Ammerseestraße bis zur U-Bahnstation Aidenbachstraße führen sollen, mit einer voraussichtlichen Inbetriebnahme im Jahr 2028. Ein Lückenschluss zwischen der Fürstenrieder Straße und dem Romanplatz ist ebenfalls angestrebt, abhängig von der Fertigstellung der Umweltverbundröhre am S-Bahnhof Laim, die ebenfalls 2028 fertiggestellt werden soll.
Ein Teil der historischen Entwicklung
Die Straßenbahn hat in München eine lange Geschichte. Sie ist das älteste öffentliche Verkehrsmittel der Stadt und fuhr erstmals am 21. Oktober 1876 zwischen Promenadeplatz und Mailingerstraße. Die Elektrifizierung begann 1895, und nach vielen Herausforderungen, insbesondere durch die beiden Weltkriege, wurde das Tramnetz in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts massiv ausgebaut. Im Jahr 1964 erreichte das Schienennetz seine größte Ausdehnung mit 134 Kilometern. Zum Vergleich: 2019 umfasste das Netz nur 82 Kilometer.
Heute zeigt die Inbetriebnahme der Tramlinie 14, dass die MVG auf die Bedürfnisse der Münchner Bevölkerung eingeht und gleichzeitig die historische Bedeutung des öffentlichen Nahverkehrs in der Stadt weiterführt. Weitere Informationen zur Tram-Westtangente finden Sie auf der Projektseite westtangente.mvg.de.
Für die Zukunft ist zu erwarten, dass die neue Linie 14 auch von der geplanten Eröffnung der 2. S-Bahn-Stammstrecke profitieren wird, was das Fahrgastaufkommen weiter steigern dürfte. Die Tram-Westtangente wird nach Fertigstellung von der Linie 12 befahren und bietet eine umsteigefreie Verbindung von Obersendling nach Schwabing Nord. Auch hierzu werden weitere Beiträge auf Tramreport angekündigt.