Am kommenden Montag, den 4. September 2025, findet der traditionelle politische Frühschoppen beim Gillamoos in Abensberg statt. Dieses Volksfest bietet den politischen Parteien eine Plattform, um sich während des Jahrmarktes zu positionieren und ihre Anliegen zu präsentieren. Politischer Schlagabtausch ist hier nicht nur erlaubt, sondern auch erwünscht, insbesondere in einem Wahljahr, das mit den Landtagswahlen in Thüringen und Sachsen am Tag nach dem Gillamoos beginnt. Zusätzlich steht Bayern im März 2026 vor den Kommunalwahlen, die allen Parteien große Aufmerksamkeit abverlangen.

Markus Söder, der Vorsitzende der CSU, steht im Rampenlicht, muss er sich doch neuen politischen Gegnern stellen. Während der Fokus bislang stark auf der Ampel-Koalition lag, bietet sich jetzt weniger Angriffsfläche. Höchstwahrscheinlich wird er sich auch auf seinem Podium gegen den Grünen Robert Habeck positionieren. Ein weiteres Highlight des Events ist die Rede von Alois Rainer, dem neuen Bundesagrarminister. Die Freien Wähler, unter der Leitung von Hubert Aiwanger, treffen sich auch im Weißbierstadl, um die Bedeutung der anstehenden Kommunalwahlen zu betonen, wo jede Stimme zählt.

Vielfältiges Programm und politische Inhalte

Die AfD geht mit einer eigenen Kundgebung im Schlossgarten Abensberg auf Stimmenfang. Unter den Rednern sind Tino Chrupalla, Katrin Ebner-Steiner und Serge Menga, die alles daran setzen wollen, sich in den kreisangehörigen Städten und Gemeinden weiter zu etablieren. Im Weinzelt sind die Grünen mit Katharina Schulze, Gisela Sengl und Felix Banaszak vertreten, die sich stark für Themen wie Arten- und Klimaschutz sowie Gleichberechtigung einsetzen.

Die SPD findet ihren Platz im Festzelt, wo Ronja Endres, Holger Grießhammer und Andreas Bovenschulte ihre Vorstellungen präsentieren werden. Zudem sind die Liberalen von der FDP auf Kundgebungstour mit ihren Vertretern Christian Dürr und Michael Ruoff. Ein überraschendes Engagement zeigt auch die ÖDP, die sich in einem Abensberger Gasthaus mit Umweltstandards auseinandersetzt. Dagegen befasst sich die Bayernpartei mit kommunalen, landes- und bundespolitischen Themen, um ihren Standpunkt zu verdeutlichen.

Politische Debatten und ihre Auswirkungen

Ein zentrales Thema des Gillamoos wird auch die aktuelle politische Lage in Deutschland sein. Söder kritisiert die Ampelkoalition und bezeichnet sie als „rauchende Ruine“, während hessischer Ministerpräsident Boris Rhein die Bundesregierung als „Bankrottampel“ bezeichnet und einen Aufnahmestopp für Flüchtlinge aus „Terrorregionen“ fordert. Diese drastischen Positionen zielen darauf ab, die Wähler für die Herausforderungen im Bereich der Migrationspolitik zu sensibilisieren.

Gleichzeitig hat Grünen-Politiker Anton Hofreiter die AfD als „Landesverräter und Faschisten“ attackiert und betont, dass die Demokratie anständige Konservative benötigt, um ihre Werte zu verteidigen. Er warnt vor falschen Behauptungen von Politikern wie Söder bezüglich angeblicher demokratischer Mitbewerber. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Johannes Becher, sorgt ebenfalls für Aufregung, indem er gegen Hubert Aiwanger von den Freien Wählern als Versager wettert.

Insgesamt verspricht der Gillamoos ein spannungsgeladenes Zusammenspiel aus Politik und Tradition zu werden. Die anstehenden Wahlen werfen ihren Schatten voraus, und die Gespräche zwischen den Parteien werden entscheidend für die politische Landschaft in Bayern und darüber hinaus sein.